Bremen: Klare Tendenz zur Verlängerung

Kohfeldt will nicht pokern

Außergewöhnlich wie erfolgreich: Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt.

Außergewöhnlich wie erfolgreich: Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt. imago images

Bemerkenswert daran ist der frühe Zeitpunkt, vor allem in Bezug auf Kohfeldt. Der 36-Jährige hält alle Trümpfe in der Hand, will aber entgegen den Gepflogenheiten in der Branche ganz offensichtlich nicht pokern.

Schon das zuerst im kicker abgegebene und dann mehrfach wiederholte Bekenntnis des Fußballlehrers, auf jeden Fall bis 2021 zu bleiben, "egal was kommt", war außergewöhnlich. Schließlich ist Kohfeldt inzwischen für praktisch jeden deutschen und auch so manchen ausländischen Topklub ein logischer Kandidat, sobald ein neuer Trainer gesucht wird. Unterzeichnet der aus dem eigenen Nachwuchsbereich hervorgegangene Coach bei Werder demnächst ein neues Arbeitspapier, wird er bis mindestens 2022 vom Markt sein. Und könnte seinem Heimat- und Herzensklub dann je nach Vertragsgestaltung sogar noch eine Ablöse bringen. Es würde zu Kohfeldts bisherigem Wirken passen, auch das im Fall der Fälle zu berücksichtigen.

Wann genau wirklich Vollzug gemeldet werden kann - ob noch vorm Trainingsstart am Freitag oder später - bleibt letztlich zweitrangig. Die Signalwirkung ist schon durch Kohfeldts ganz konkrete Gesprächsbereitschaft unverkennbar: Das "Projekt Werder" hat für den Fußballlehrer Langzeitperspektive. Die ganz große Karriere kann warten. Auch diese Einstellung macht Kohfeldt zur Ausnahmeerscheinung. Und auf Sicht für jeden Spitzenverein umso begehrenswerter ...

Thiemo Müller

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