Saisonstart in der LEC

Schalke 04 Esports: Endlich Mittelmaß

Die Freude ist groß bei Starspieler Elias 'Upset' Lipp nach dem Erfolg gegen Splyce.

Die Freude ist groß bei Starspieler Elias 'Upset' Lipp nach dem Erfolg gegen Splyce. lolesports

Wer eine Saison mit acht Niederlagen aus zehn Spielen beendet, der ist danach bereits mit einem Sieg in jeder zweiten Partie zufrieden. Diesen Eindruck macht zumindest das League of Legends-Team vom FC Schalke 04 in dieser noch jungen Sommersaison. Die Knappen sind gut drauf, lachen und scherzen auf der Bühne - selbst nach Niederlagen. So hieß es beispielsweise von Toplaner Andrei 'Odoamne' Pascu nach einer klaren Pleite gegen Fnatic: "Was ein großartiges Spiel, wir wurden zerstört." Allein diese Aussage steht im starken Kontrast zur Vorsaison, in der sich die Mannschaft gegen Ende an einem emotionalen Tiefpunkt befand. Nichts lief wie geplant und die Saisonpause konnte gar nicht früh genug kommen.

Die aktuelle 3:3-Bilanz der Schalker ist daher schon eine Erleichterung. Es ist ein Zeichen: Der aktuelle Kader kann erfolgreich sein und die Enttäuschung der vorangegangenen Spielzeit sitzt nicht zu tief. Zudem erzählt die Statistik nicht die ganze Geschichte. Die Königsblauen siegten bisher gegen Excel Esports, Splyce und Misfits, unterlagen dagegen den beiden Topteams Fnatic und Origen sowie dem deutschen Konkurrenten SK Gaming. Wichtig ist jedoch: Schalke hielt selbst bei den Niederlagen gut dagegen. Wirklich eindeutig verloren die Knappen nur gegen Spitzenreiter Fnatic.

Erster Schritt in Richtung Erfolg

Von einem klaren Topteam sind die Knappen immer noch ein paar Schritte entfernt. Fehlerfrei ist man auf Schalke auch noch nicht, die vermeintlich größte Schwachstelle des Teams ist jedoch geflickt. Felix 'Abbedagge' Braun agiert nur noch selten zu aggressiv auf der Map. Der deutsche Midlaner macht weniger Fehler, kann häufiger mit Einzelaktionen glänzen und arbeitet gut mit Jungle-Neuzugang Kang-Yun 'Trick' Kim zusammen. Darüber hinaus hat sich ebenjener Südkoreaner gut eingelebt in seiner neuen Heimat. Er gibt Königsblau eine weitere Dimension. Ein früher Goldvorsprung ist nun nicht mehr essenziell. Die Knappen können auch im Late Game überzeugen und ein Spiel gewinnen.

Schalke ist somit gut aufgestellt für den Rest der Saison. Bis zum nächsten Ligaspiel haben die Knappen knapp anderthalb Wochen Zeit. Die kommen dem Trainerstab gerade recht, um weiter an den Schwachstellen sowie der Ausrichtung des Teams zu arbeiten. Denn auf Schalke weiß man spätestens seit der vergangenen Spielzeit nur allzu gut: Es kommt nicht darauf an, wie die Saison anfängt, sondern wie sie endet.

Christian Mittweg

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