Trennung nach über drei Jahren

"Einigung unmöglich": Newcastle verliert Trainer Benitez

Rafael Benitez

Die Newcastle-Fans werden ihm nachtrauern: Rafael Benitez. imago images

Wie der Tabellen-13. der Vorsaison am Montag "mit Enttäuschung" mitteilte, habe es sich trotz "harter Arbeit" als "unmöglich" erwiesen, sich mit Benitez auf eine Vertragsverlängerung über den 30. Juni 2019 hinaus zu einigen. Medienberichten zufolge liefen die Verhandlungen seit rund acht Monaten. Newcastle dankt dem 59-jährigen Spanier und dessen ebenfalls scheidenden Trainerteam zwar für die Arbeit in den letzten drei Jahren - Benitez selbst kommt in der Mitteilung jedoch nicht zu Wort.

Damit müssen die Magpies ihren wohl wichtigsten Mitarbeiter ziehen lassen: Zwar stiegen sie nach dessen Ankunft im März 2016 zunächst aus der Premier League ab, kehrten gut ein Jahr später aber sofort zurück und schafften unter schwierigsten Umständen sensationell den Klassenerhalt, der auch in der zurückliegenden Saison nie ernsthaft gefährdet war.

Benitez forderte wohl mehr Zugeständnisse von Klubeigner Ashley

Immer wieder hatte der bei den Fans ungeliebte Klubeigner Mike Ashley Benitez Verstärkungen für den Kader verweigert und dabei teilweise wohl auch Zusagen gebrochen. Vor der abgelaufenen Saison hatte Newcastle Premier-League-untypisch gar ein Transferplus erwirtschaftet.

In den Gesprächen über eine weitere Zusammenarbeit hatte Ashley nun zwar frisches Geld für den Kader 2019/20 in Aussicht gestellt, Streitpunkt war offenbar aber, dass Benitez mehr Freiheiten bei der Verpflichtung neuer Spieler und zusätzliche Investitionen in das Trainingsgelände forderte.

Benitez in einer starken Position - Klub-Verkauf in der Schwebe

Und dabei argumentierte Benitez aus einer starken Position heraus: Der einstige Champions-League-Sieger mit dem FC Liverpool ist bei den Fans beliebt und wird auch von anderen Klubs wertgeschätzt. Er dürfte keine Probleme haben, eine neue Anstellung zu finden.

Für Newcastle, das am 4. Juli das Training wieder aufnimmt und am 11. August gegen Arsenal in die neue Saison startet, dürfte sich die Trainersuche dagegen komplizierter gestalten; Benitez' Nachfolger begibt sich in unsicheres Terrain: Der Dauerstreit zwischen Ashley und Benitez könnte manchen Kandidaten abschrecken, ebenso der ständig im Raum stehende Verkauf des Klubs: Zuletzt hieß es, Scheich Khaled bin Zayed Al Nahyan, ein Cousin des Manchester-City-Besitzers, sei bereit, Ashleys Anteile zu kaufen.

jpe