Rekonvaleszenten absolvieren ebenfalls erste Einheiten

"Mentalität schlägt Qualität": St. Pauli startet in die Saisonvorbereitung

Boris Tashchy, Jos Luhukay, Rico Benatelli

Erstes Training beim neuen Klub: St. Paulis Neuzugänge Boris Tashchy (li.) und Rico Benatelli (re.) mit Trainer Jos Luhukay. imago images

Speziell die beiden Rekonvaleszenten sehnten dem Auftakt herbei. Für Ziereis, der sich im Januar einen Kreuzband- und Innenmeniskusriss im rechten Knie zugezogen hatte, war es "ein wunderschönes Gefühl", wieder auf dem Rasen zu stehen. Gemeinsam mit Veerman, der bereits seit Dezember an einem Kreuz- und Außenbandriss laboriert, absolvierte der 26-Jährige individuelle Reha-Einheiten. Sein persönliches Highlight: "Ich war ein bisschen am Ball mit Henk, dann gab es Passübungen." Insgesamt laufe alles nach Plan und könne "gerne so weiter gehen". Auch das Knie mache, so Ziereis im vereinseigenen TV, keine Probleme. Lediglich der Oberschenkel sei "noch ein bisschen dünn. Ansonsten läuft aber alles gut."

Wann die Verletzten endgültig zurückkehren, das weiß auch Luhukay noch nicht genau: "Es ist schwierig, ein Zeitfenster zu nennen. Wir müssen abwarten, die Spieler in höhere Belastungen kommen lassen und dann schauen, wie die Reaktion ist", so der Niederländer, der sich aktuell "nur auf die Wahrnehmungen der Ärzte und Physios" verlassen kann, aber hoffe, "dass die Spieler alsbald zu 100 Prozent mitwirken können".

Wir brauchen nur über eine Philosophie sprechen, wenn alle bereit sind von der ersten bis zur letzten Minute an die Grenze zu gehen.

Jos Luhukay

Angesprochen auf eventuelle Neuzugänge wollte sich Luhukay "zeitlich nicht unter Druck" setzen lassen. Schließlich befinde er sich in Zusammenarbeit mit dem neuen Sportchef Andreas Bornemann "in keinem Ruhezustand, wir sind aktiv. Das aber nur, wenn eine Verpflichtung sinnvoll ist, und wir unsere Qualität steigern." Insgesamt hätte man sich, so Bornemann, "klar darauf verständigt, wo wir Handlungsbedarf sehen". Das St.-Pauli-Anforderungsprofi beinhalte zudem eine positive und kämpferische Einstellung: "Mentalität schlägt Qualität. Wir brauchen nur über eine Philosophie sprechen, wenn alle bereit sind von der ersten bis zur letzten Minute an die Grenze zu gehen."

Dass ein Aufstieg in die Bundesliga auch in dieser Saison zwar möglich, aber dennoch schwierig zu realisieren sei, weiß auch der Coach: "Es gibt natürlich vier größere Klubs, die mehr Möglichkeiten haben als wir." Hinter dem Quartett, namentlich Stuttgart, Hannover, Nürnberg und der HSV, "möchten wir aber zur Verfolgergruppe gehören", so Luhukay.

kög