Entscheidung der FIA

Kein Freispruch für Vettel: Kanada-Sieg endgültig verloren

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton in Kanada

Es bleibt dabei: Lewis Hamilton ist Kanada-Sieger 2019, Sebastian Vettel bekommt den Erfolg nicht gutgeschrieben. Getty Images

Der Kampf von Ferrari um den aberkannten Sieg von Sebastian Vettel beim Formel-1-Rennen in Kanada ist endgültig gescheitert. Die Rennkommissare des Weltverbands FIA wiesen am Freitag nach einer Anhörung in Le Castellet den Antrag des Rennstalls auf Neubewertung der umstrittenen Situation beim Grand Prix in Montréal zurück. Es gebe «keine wesentlichen und relevanten neuen Elemente» für eine Aufhebung der Zeitstrafe, hieß es zur Begründung. Damit bleibt der eigentlich zweitplatzierte Lewis Hamilton Sieger des Rennens vom 9. Juni, Vettel muss sich mit Rang zwei begnügen.

Der 31 Jahre alte Hesse war in Kanada zwar als Erster ins Ziel gefahren. Wegen einer von den Rennrichtern verhängten Fünf-Sekunden-Strafe rutschte er aber im Klassement hinter Hamilton. Auslöser für die Strafe war ein Fahrfehler von Vettel. In Führung liegend war der viermalige Weltmeister ins Gras neben der Strecke geraten, bei seiner Rückkehr auf den Asphalt hatte er Verfolger Hamilton nahe an eine Mauer gedrängt.

Kritik ehemaliger Fahrer an den Rennkommissaren

Nach einiger Beratung verhängten die Stewards noch während des Rennens die Strafe gegen Vettel wegen gefährlichen Fahrens. Dieser beteuerte, es habe sich nicht um ein absichtliches Manöver gehandelt und schimpfte, ihm sei der Sieg gestohlen worden. Kurz vor der Anhörung in Frankreich hatte der viermalige Weltmeister versichert, er bleibe bei seiner Meinung. Der Eklat löste eine heftige Diskussion über das Regelwerk und die Eingriffe der Rennkommissare aus, die von vielen früheren Formel-1-Fahrern als überhart kritisiert wurden.

Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies sprach vor seinem 35-minütigen Auftritt bei den FIA-Richtern am Freitag von «überwältigenden Beweisen» zugunsten von Vettel. Dieser habe in Kanada keinen Regelbruch begangen. Als Belege dafür hatte das Team diverse Videoaufnahmen, Telemetriedaten aus dem Auto, Aussagen von Vettel und sogar eine Analyse des TV-Experten Karun Chandhuk vorgelegt.

Der deutsche FIA-Sportkommissar Hans-Gerd Ennser hatte indes der Deutschen Presse-Agentur gesagt, die Strafe für Vettel sei im Rahmen des aktuellen Reglements sogar milde ausgefallen. Der Ferrari-Fahrer habe in der Szene gleich gegen mehrere Bestimmungen verstoßen.

Funkspruch belastet Vettel

Aus Kreisen des Weltverbands hieß es zudem, der Heppenheimer sei durch einen Funkspruch belastet worden. Darin soll er dem Team gesagt haben, wenn er nicht nach rechts gelenkt hätte, wäre Hamilton vorbei gewesen. Dies würde eine Absicht belegen.

Vettel und Ferrari bleiben damit in diesem Jahr sieglos. Durch Hamiltons Erfolg in Kanada hat Mercedes die bisherigen sieben Rennen der Saison allesamt gewonnen. Titelverteidiger Hamilton führt vor dem achten WM-Lauf am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky sowie im LIVE!-Ticker bei kicker.de) mit 62 Punkten Vorsprung vor dem drittplatzierten Vettel.

aho

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