Vor dem zweiten Gruppenspiel bei der U-21-EM

Kuntz: "Jovic bekommt die Aufmerksamkeit, die er verdient"

Wie schon im Duell der A-Nationalmannschaften erwarten dieses beiden intensive Duelle: Luka Jovic und Jonathan Tah (r.).

Wie schon im Duell der A-Nationalmannschaften erwarten dieses beiden intensive Duelle: Luka Jovic und Jonathan Tah (r.). imago images

Von der U-21-EM in Italien und San Marino berichten Fabian Istel und Michael Pfeifer

Für viele Beobachter wie Experten galt Serbien vor dieser U-21-EM mindestens als Geheimfavorit. Kuntz selbst traute dem zweiten deutschen Gruppengegner gar eine Rolle wie Kroatien bei der WM 2018 in Russland zu, das erst im Finale an Weltmeister Frankreich scheiterte. Nach der überraschenden 0:2-Auftaktniederlage gegen Österreich droht den kleinen Adlern hingegen schon das frühe Aus. Um die Chancen auf den Halbfinaleinzug am Leben zu halten, ist ein Sieg gegen Deutschland fast schon Pflicht. "Ich bin überzeugt davon, dass eine starke Reaktion kommen wird", erwartet Kuntz eine ganz andere serbische Mannschaft als beim schwachen und farblosen Auftritt gegen Österreich, "darauf müssen wir vorbereitet sein."

Weil er vergeblich auf verwertbare Zuspiele wartete, blieb auch Serbiens Torjäger Luka Jovic zum Auftakt weitgehend blass. Das soll der 21-Jährige, der nach dem Turnier für 60 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid wechseln wird, aus deutscher Sicht auch am Donnerstagabend in Triest bleiben. "Wir bereiten uns nicht nur auf ihn, sondern auf elf sehr willige Spieler vor", warnte Kuntz vor dem Kollektiv der Serben, "aber Jovic bekommt die Aufmerksamkeit, die er verdient. Er hat eine unglaubliche Qualität, wenn er den Ball bekommt, also werden wir schauen, dass dies nicht zu oft passiert und er auch nicht häufig in die Räume kommt, in denen es gefährlich werden kann."

Schlüsselrolle für Tah

Ein Auftrag, bei dem vor allem Innenverteidiger und Abwehrchef Jonathan Tah eine Schlüsselrolle zukommt. Linksverteidiger Benjamin Henrichs, vor seinem Wechsel zu AS Monaco drei Jahre mit dem Kapitän der deutschen U 21 zusammen bei Bayer Leverkusen vereint, sieht seinen ehemaligen Vereinskollegen gerüstet: "Das sind körperlich enorm starke Spieler, die da aufeinandertreffen. Auf Jona wird etwas zukommen, aber er ist bereit dafür. Er hat super Leistungen in Leverkusen und der Nationalmannschaft gezeigt. Er weiß um seine Stärken und braucht sich nicht zu verstecken."

Genauso wenig wie der Rest der deutschen Elf nach dem gelungenen Turnierstart: "Die Basis, die die Mannschaft zum Auftakt gegen Dänemark gelegt hat, war schon eine ganz gute, darauf können wir aufbauen", zeigte sich Kuntz zufrieden, fand aber zugleich Ansätze für Verbesserungen. "Es geht um sensible Räume, die in der Offen- und Defensive besser angelaufen werden müssen", forderte der 56-Jährige. "Außerdem müssen wir von Anfang an mit einer sehr hohen Konzentration und Intensität ins Spiel gehen - und das Tempo mitgehen", verwies Kuntz auf das Duell zwischen England und Frankreich am Dienstagabend (1:2), "da ist relativ schnell die Post abgegangen".

Henrichs ist "frei im Kopf"

Geschwindigkeit ins deutsche Spiel soll auch Henrichs auf der defensiven Außenbahn. Der 22-Jährige überzeugte gegen Dänemark defensiv noch nicht vollends, schaltete sich dafür aber immer wieder offensiv wirkungsvoll mit ein. Der Abstiegskampf mit den Monegassen in der französischen Ligue 1 sei abgehakt, erklärte der Verteidiger: "Ich bin frei im Kopf und hab mit der Mannschaft hier viel vor." Anders als bei seinen Turnieren mit der U 17 und U19 soll es für ihn bei der U 21 diesmal über die Vorrunde hinausgehen. Ein Sieg gegen die Serben - und die Chancen dafür stünden nicht schlecht.