Ein Kommentar zur Hummels-Verpflichtung von Thomas Hennecke

Das Puzzlestück mit Meister-Gen?

Mats Hummels

Ist aktuell der teuerste Einkauf der Klubgeschichte: Mats Hummels. imago images

Bis zu 38 Millionen Euro inklusive etwaiger Bonuszahlungen lässt sich der BVB seinen neuen alten Innenverteidiger kosten. Hummels wird zum teuersten Einkauf der Klubgeschichte, diesen Titel macht er André Schürrle abspenstig, der Wolfsburg einst um 30 Millionen Euro reicher machte. Für Dortmund entwickelt sich der zweite Schritt des 2018 eingeleiteten Neustarts zu einem finanziellen Kraftakt.

Rund 130 Millionen Euro allein an Ablösesummen für Nico Schulz, Thorgan Hazard, Julian Brandt, für den zuvor nur ausgeliehenen Paco Alcacer und jetzt Hummels investieren die Westfalen in ihre Belegschaft - zum Teil schon als Vorgriff auf noch zu erwartende Einnahmen aus den Verkäufen von Maximilian Philipp, Shinji Kagawa, Raphael Guerreiro und anderen. Die bisher tiefrote Transferbilanz zu begradigen, wird Michael Zorcs Aufgabe bis zum Ende der Wechselperiode Anfang September sein.

Das Eingeständnis eines persönlichen Irrtums

Als führungsstarker, stressresistenter und leistungsfähiger Abwehrspieler kommt Hummels mit dem Rückenwind des Double-Sieges. Er kann exakt jenes Puzzlestück sein, das Dortmund während der Schwächephase im Frühjahr fehlte und vom ganz großen Glück trennte. Hummels trägt das Meister-Gen in sich, er wird der zuletzt in einem zitternden Rahmen hängenden BVB-Mannschaft Halt und Stabilität geben. Dennoch ist seine Rückkehr nach Dortmund auch das Eingeständnis eines persönlichen Irrtums: Es zog ihn vor drei Jahren vom BVB nach München, um endlich die Champions League zu gewinnen. Doch dafür, das weiß man heute, hätten ihm Real Madrid oder der FC Liverpool einen Platz in ihrem Kollegium anbieten müssen. Die Bayern jagen dem Henkelpott seit dem Triumph von Wembley (2013) vergeblich nach.

Jetzt lassen sie sich den Weggang des unbequemen Spielers durch eine stattliche Zahlung des BVB versüßen. Hummels angesichts seines fortgeschrittenen Alters zu einem Dumpingpreis ziehen zu lassen, stand ohnehin immer außerfrage. Der FC Bayern wird das Geld in die weitere Optimierung seines Kaders stecken. Stecken müssen. Im Moment gleicht der Deutsche Meister noch einer größeren Baustelle, die nach den Verpflichtungen von Lucas Hernandez (Atletico Madrid) und Weltmeister Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) weitere Anstrengungen nötig macht.

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Hummels, Götze & Co.: Vom Ruhrpott an die Isar - und zurück