Leihe von Talent Massimo wird abgebrochen

"Mutiger Walter" und Mislintats Guardiola-Vergleich

Sven Mislintat, Tim Walter und Thomas Hitzlsperger

Das neue starke Trio beim VfB Stuttgart: Sportdirektor Sven Mislintat, Trainer Tim Walter und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger (v.li.). imago images

Eine offensive und mutige Ausrichtung - so beschreibt Walter seine Spielphilosophie, mit der er den VfB wieder ins Oberhaus zurückführen will. "Es ist unser Anspruch, dass wir die Mannschaft sind, die agiert", so der 43-Jährige. "Wir wollen immer das Heft in der Hand haben und uns nicht vom Gegner irgendetwas aufdrücken lassen. Wir schauen auf uns, wir sind der VfB! Und wir haben die Qualität dazu."

Er sei "stolz", beim fünfmaligen deutschen Meister arbeiten zu dürfen: "Das ist eine tolle Aufgabe." Als einer der Aufstiegsfavoriten gehandelt, solle sich der Klub vor niemandem verstecken, fordert Walter Wesenszüge von seinem Team, die er sich selbst bereits zuschreibt: "So bin auch ich, ich bin mutig."

Walter will schnell und aggressiv agieren

Eine agierende Spielweise, darunter versteht Walter auch "schnelles und aggressives Verteidigen". Ein Spielstil, mit dem er bei seinem Ex-Klub Holstein Kiel durchaus gut gefahren ist. Dass das Anspruchsdenken im hohen Norden trotz zweier famoser letzter Jahre ein ganz anderes ist, konnte der gebürtige Bruchsaler dann auch den Ausführungen von Sportvorstand Thomas Hitzlsperger entnehmen: "Ich habe in den letzten Tagen gemerkt, dass wieder Vorfreude da ist", ist auch dem 52-maligen deutschen Nationalspieler die Aufbruchsstimmung mit beispielsweise über 7000 verlängerten Dauerkarten in den ersten beiden Tagen nicht entgangen.

Wir wollen wieder aufsteigen, daran arbeiten wir.

Thomas Hitzlsperger

Dass die Anhänger bereits jetzt nach der Bundesliga lechzen, weiß auch Hitzlsperger. Genau deshalb freut er sich auf den neuen Coach: "Hier sitzt ein Trainer, der sprüht vor Energie", so Hitzlsperger: "Sie können sich alle denken, dass Vollgas angesagt ist." Nicht nur deshalb ruft der 37-Jährige die direkte Rückkehr in die Bundesliga als Saisonziel aus: "Wir wollen wieder aufsteigen, daran arbeiten wir."

Sportdirektor Sven Mislintat schlägt in dieselbe Kerbe, warnt aber davor, dieses Ziel um jeden Preis erreichen zu wollen: "Wenn du im Poker 'All In' gehen musst, machst du etwas falsch." Walter müsse entsprechend Zeit und Vertrauen bekommen: "Pep Guardiola hat in seinem ersten Jahr in England auch keine 100 Punkte geholt - und das trotz massivem Invest von 500, 600 Millionen."

Massimo wird aus Bielefeld zurückgeholt

Mit dabei helfen könnte auch Youngster Roberto Massimo. Der 18-Jährige, eigentlich noch bis 2020 an Arminia Bielefeld ausgeliehen, "wird zu uns zurückkehren", bestätigt Mislintat. "Wir sehen in dem Jungen mehr Potenzial, als dort entwickelt wurde", kann sich Mislintat einen Seitenhieb in Richtung Ostwestfalen nicht verkneifen. 2018 hatte der VfB den Offensivspieler für 1,5 Millionen Euro von der Arminia verpflichtet, ihn aber umgehend wieder auf die Alm verliehen.

Nun also soll er endgültig den Schritt nach Stuttgart wagen - ebenso wie ein Ersatz für den nach Hannover abgewanderten Ron-Robert Zieler. "Der Wunsch ist, dass er im ersten Trainingslager dabei ist", hofft Mislintat darauf, dass der neue Schlussmann, nach kicker-Informationen gilt Marvin Schwäbe von Bröndby IF als Favorit, bereits am Sonntag mit ins österreichische Kitzbühel reisen wird.

kög

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