Coach vertraut dem lange verletzten Berliner

Kuntz und das Wagnis mit Maier

Arne Maier

Stand trotz langer Pause in der Startelf: Arne Maier. imago images

Von der U-21-EM in Italien berichten Fabian Istel und Michael Pfeifer

Beide gemeinsam in die Startelf zu stellen, war Kuntz dann doch zu riskant. Er entschied sich für Maier und zunächst gegen Amiri. "Ich wollte nicht mit zwei lange Verletzten beginnen, mit Nadiem war das so abgesprochen, ich glaube, dass man sich auf ihn extrem konzentriert hätte, und wenn du aus der Verletzung heraus ins Spiel finden willst, ist es einfacher, wenn du zu einem Zeitpunkt kommst wie heute und hast gleich einige gute Aktionen, das ist wichtig fürs Selbstvertrauen", erläuterte der 56-Jährige. Dieser Plan ging auf. Amiri konnte gegen den da schon (an)geschlagenen Gegner unbeschwert aufspielen und sorgte mit entschlossenen Dribblings für einige Durchbrüche über die linke Flanke.

Im Fall Maier war Kuntz hinterher selbst unschlüssig. Trotz einer dreimonatigen Wettkampfpause vertraute der Coach dem Jüngsten seines Kaders einen Platz in der Startelf an, was die enorme Wertschätzung der Qualitäten des Berliners untermauerte. Schließlich standen mit Maximilian Eggestein, Eduard Löwen, Suat Serdar oder Robin Koch zahlreiche Alternativen für die Position Sechs zur Verfügung. Doch Maiers fehlende Spielpraxis machte sich auch bemerkbar. Dem sonst enorm passsicheren Berliner unterlief ein unnötiger Fehlpass, den folgenden Konter der Dänen musste er mit einem taktischen Foul bremsen und holte sich die Gelbe Karte ab (36.). In der Halbzeit reagierte Kuntz und brachte für Maier Florian Neuhaus.

"Wir haben mit Arne Maier zur Pause 1:0 geführt. Er war kein Hemmschuh, auf gar keinen Fall", relativierte Kuntz, "wir haben Erfahrungen gesammelt, er hat sich im Training sehr gut präsentiert. Jetzt können wir spekulieren: Hätte ich ihn noch ein bisschen schützen sollen? Weil dann die Erfahrung positiver ausgefallen wäre? Oder ist die Erfahrung, noch nicht so weit zu sein, auch hilfreich für das weitere Turnier. Ich gehe von Letzterem aus. Ich habe ihm gleich gesagt, er soll auf keinen Fall die Anforderungen an sich selbst so hoch legen oder jetzt total enttäuscht sein, wir reden von einer Spielpause von drei Monaten. Von daher war es ein Heranführen auf hohem Niveau."

Ein durchaus gewagter Prozess, der die Bedeutung Maiers betont und dessen weiterer Verlauf nun noch spannender wird.