Neu-Leipziger bereits zurück in Salzburg - ÖFB-Team geschockt

Wolfs Verletzung "ist fürchterlich" - Kein Vorwurf an Jovanovic

Hannes Wolf

Fehlt der österreichischen U 21 sehr - und zu Saisonbeginn auch RB Leipzig: Hannes Wolf. imago images

Alle fühlten mit und alle unterstrichen, wie wichtig Hannes Wolf für die ÖFB-Talente bei der U-21-EM in Italien und San Marino ist. Gewesen wäre. Denn der 20-Jährige, der in diesem Sommer von Salzburg nach Leipzig in die deutsche Bundesliga wechselt, wird bei diesem Turnier und auch für geraume Zeit bei seinem neuen Klub nicht zum Einsatz kommen.

In der 77. Spielminute des Auftaktspiels gegen Serbien (2:0) war Wolf von Vukasin Jovanovic rüde gefoult worden; später am Abend gab es in Triest dann Gewissheit: Außenknöchelbruch, zunächst Gips und dann mehrere Monate Zwangspause. Der erste Knick im bislang so steilen Karriereverlauf des ÖFB-Hoffnungsträgers, der zuvor für das erste Tor Österreichs bei einer U-21-EM überhaupt gesorgt hatte.

Die Diagnose drückte natürlich aufs Gemüt bei den Österreichern. "Wir wissen, wie wichtig er für unsere Mannschaft ist, er hat die ganze Saison auf einem super Level agiert", sagte Torwart Alexander Schlager. Für Salzburg waren es in 40 Pflichtspielen elf Tore und zwölf Assists, in der U 21 traf er jüngst bei der EM-Generalprobe gegen Frankreich gleich doppelt und netzte auch gegen die Serben ein.

Übeltäter Jovanovic wird nicht beschuldigt

Teamkollege Sascha Horvath, der Wolfs historisches Führungstor vorbereitet und nach dem folgenschweren Foul per Freistoß zum 2:0 selbst getroffen hatte, unterstrich zugleich den sportlichen wie menschlichen Wert des Verletzten, der trotz seines Aufstiegs "immer am Boden" geblieben und ein "extrem toller Typ" sei.

Der Trainer indes darf nicht lange zurückblicken. Werner Gregoritsch ("Es ist fürchterlich für uns, weil sich Hannes total mit der Aufgabe identifiziert hat") muss sein Team vor dem nächsten Spiel am Donnerstag gegen Dänemark (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) im offensiven Mittelfeld umbauen. Am Sonntag geht es schließlich gegen den so stark gestarteten deutschen Nachwuchs (21 Uhr).

Einen Vorwurf an den serbischen U-Nationalspieler Jovanovic wollte der österreichische Verband nicht formulieren. Foul ja, aber "unbedingt verletzen" wollte der Serbe Wolf nicht, unterstrich ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel, der von einem "sehr niedergeschlagenen" Spieler sprach, der bereits am Dienstag nach Salzburg zurückreiste. Nach einer Nacht ohne Feierlichkeiten. "Wir haben null Prozent Alkohol getrunken, nicht einmal angestoßen. Wir haben ein Ziel, da hat das nichts verloren", gab Geburtstagskind Maximilian Ullmann vom Linzer ASK zu Protokoll. Für Ullmann gab es eine Torte, für den gefrusteten Wolf tröstende Worte durch Mitspieler und Funktionäre.

"Er ist so professionell unterwegs, der wird mindestens so stark zurückkommen", betonte Schöttel. Wie Wolfs Verletzung behandelt wird, darüber berieten sich noch am Montag die Mediziner des ÖFB mit denen in Leipzig und Salzburg. Ein Ergebnis dieser Beratungen wurde bislang noch nicht bekannt.

aho

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