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"MVT" trotz Chancenwucher zufrieden: "Wie einfach Fußball sein kann"

DFB-Frauen ziehen mit weißer Weste ins WM-Achtelfinale ein

"MVT" trotz Chancenwucher zufrieden: "Wie einfach Fußball sein kann"

Martina Voss-Tecklenburg (Mitte)

Hat Positives und Negatives entdeckt beim verdienten 4:0 über Südafrika: Trainerin Martina Voss-Tecklenburg (Mitte). imago images

Nach einer halben Stunde wogte zum ersten Mal die Welle durchs Stade de la Mosson in Montpellier. Wenige Minuten später war auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zufrieden: Eine feine Kombination Richtung Tor, eine präzise Flanke von Giulia Gwinn von rechts an den Fünfmeterraum - und Alexandra Popp schraubte sich beherzt in die Höhe und köpfte den Ball wuchtig zum 3:0 ein.

Dieser Spielzug verzückte Trainerin "MVT" auch noch weit nach Schlusspfiff: "Da haben wir es so gemacht, wie man sich das wünscht. Da sieht man, wie einfach Fußball sein kann."

Trotz der weiteren Tore von Melanie Leupolz (1:0), Sara Däbritz (2:0) und Lina Magull (4:0) sowie des damit verbundenen, nie gefährdeten 4:0-Erfolgs über Südafrika beachtete Voss-Tecklenburg aber auch die noch ausbaufähigen Bereiche des deutschen Spiels. Schließlich hätte der Sieg weit höher ausfallen müssen, während die richtig schweren Gegner erst jetzt ab der K.-o.-Runde auf die DFB-Auswahl zukommen werden.

"Wir haben immer noch Phasen im Spiel, wo wir es zu kompliziert oder auch zu schnell lösen wollen", so die 51-jährige Vize-Weltmeisterin von 1995 (125 Länderspiele). "Das ist etwas, was wir noch viel besser machen können. Wir haben uns teilweise das Leben selbst schwer gemacht. Wir haben noch Potenzial. Aber das Wichtigste ist, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir haben neun Punkte geholt - mehr geht nicht in der Gruppe. Ich hoffe, dass uns das ein Stück weit Sicherheit geben wird."

Bei Torschützin Alexandra Popp überwog indes das Positive: "Man hat heute gesehen, dass wir Fußball spielen können. Das war uns wichtig. Wir sind happy, dass wir den Gruppensieg erlangt haben. Das war unser erstes Ziel." Für die Spielführerin vom VfL Wolfsburg war dies übrigens das erste Turniertor - und eine sichtliche Erleichterung. Nach dem Treffer rannte sie zur deutschen Bank und jubelte mit Ersatzspielerinnen und Trainerstab. Ihre Begründung? Ganz dem Teamgedanken untergeordnet: "Mir war es wichtig zu zeigen, dass die Bank auch ihren Teil zum Erfolg beiträgt."

A, C oder D?

Weiter geht es für den Olympiasieger, der dank des Gruppensieges dem Titelverteidiger und Topfavoriten aus den USA zunächst aus dem Weg geht, beim Auftakt der Achtelfinals am Samstag in Grenoble (17.30 Uhr/ZDF und DAZN) gegen einen Gruppendritten aus A, C oder D. Dann könnte auch Spielmacherin Dzsenifer Marozsan, die nach ihrem Zehenbruch Fortschritte macht, wieder mitwirken.

mag/dpa