Offizielle der Giallorossi beziehen Stellung zum Aus der Legende

Der Gegenangriff der Roma-Bosse: Totti im Reich der Fantasie?

Francesco Totti (links) und Roma-Präsident James Pallotta

Es wird scharf geschossen - und zwar von beiden Seiten: Francesco Totti (links) und Roma-Präsident James Pallotta. imago images

Vor einigen Wochen war durchgesickert, dass Francesco Totti in der Management-Hierarchie der Roma aufsteigen und künftig als Sportdirektor arbeiten solle. Bis dato hatte der frühere Weltklasse-Stürmer, der seiner Geburtsstadt Rom und seinem Klub AS seine gesamte Laufbahn über treu geblieben war, nach seinem Karriereende 2017 lediglich im Detail die Abläufe im Hintergrund "gelernt".

Dann folgte der Knall: Totti kündigte am Sonntagabend eine Pressekonferenz für Montag an, auf der der Publikumsliebling plötzlich seinen Abschied mitteilte. Ein Schock, der für Romanisti ins aktuell chaotische Bild dieses Klubs passt und bei den Medien die Schlagzeilen dominiert. Angesichts der Situation im Verein sei es "richtig", den Rücktritt einzureichen. "AS Rom ist mein zweites Zuhause, ich hätte nie gedacht, dass es zu dieser Trennung kommen würde."

Totti begründete seine Entscheidung damit, dass seine Ideen bezüglich Transfers sowie seine Einstellung bezüglich der Trennung von Roma-Ikone Daniele de Rossi nicht berücksichtige worden seien. Außerdem soll es seit langer Zeit heftige Dispute mit Klubberater Franco Baldini (Kaderplaner, gescheitertes Engagement bei Tottenham, Wohnsitz in London, Mitverantwortlicher bei der letzten Meisterschaft 2001), dessen Ziel es sei, die Roma von den Römern zu befreien - und der auch für das vorzeitige Karriereende von Totti verantwortlich gemacht wird. Dieser hatte schließlich 2017 erklärt, eigentlich noch weitermachen zu wollen.

Das ist viel schwieriger, als als Spieler aufzuhören. Die Roma zu verlassen, ist wie zu sterben. Ich glaube... es wäre besser, wenn ich sterben würde."

Francesco Totti mit emotionalen Worten am Montag

Nachdem die ersten Stunden nach der Totti-Verkündung, die die Roma und der ansässige Radio-Sender nicht komplett verarbeiteten, ins Land gezogen und die ersten Schockwellen verarbeitet worden waren, meldeten sich nun die Bosse um Präsident James Pallotta, dem als Bostoner Geschäftsmann ohnehin seit längerer Zeit Fan-Gegenwind entgegenschlägt und dem aufgrund seines US-Wohnsitzes zu wenig aktives Dasein in Rom vorgeworfen wird, in einem offiziellen Statement zu Wort. Und dieses besagt im Grunde genau das Gegenteil von dem, was Totti auf seiner Abschieds-PK hatte verlauten lassen...

Die Mitteilung im Wortlaut:

Der Klub ist extrem enttäuscht, erfahren zu müssen, dass Francesco Totti seinen Abschied bekanntgegeben hat - und den angebotenen Posten als Technischer Direktor der AS Roma nicht wahrnimmt. Wir haben ihm die Rolle nach dem Aus von Monchi (entlassener Sportdirektor; Anm.d.Red.) angeboten - und seitdem auf seine Antwort gewartet. Wir haben geglaubt, dass die an Francesco herangetragene Rolle eine der höchsten Positionen im Klub darstellt und natürlich höchste Hingabe wie Engagement erfordert - was von allen Managern in diesem Klub verlangt wird.

Francesco Totti

Auf einer Pressekonferenz am Sitz des Nationalen Olympischen Komitees CONI in Rom hat Francesco Totti am Montag sein Roma-Aus verkündet. imago images

Wir waren auch darauf vorbereitet, geduldig mit Francesco zu sein - und ihm bei seinem Übergang von einem großartigen Fußballer hin zu einem großartigen Manager zu helfen. Um diesen Einsatz gegenüber Francesco zu demonstrieren, haben wir ihm die Rolle als Technischen Direktor angeboten - eine Funktion, bei der wir geglaubt haben, dass er hineinwachsen und von uns die Unterstützung bis zu seiner Anpassung haben könne.

Doch auch wenn verstehen, wie hart diese Entscheidung für ihn gewesen ist, die AS Roma nach 30 Jahren zu verlassen, so glauben wir auch, dass seine Darstellung der Fakten und Sichtweise der Unternehmungen des Klubs jeweils der Fantasie entspringen und weit weg von jeglicher Realität sind.

In Bezug auf die wiederholten Hinweise auf ein mögliches Comeback im Falle neuer Eigentümer, kombiniert mit den gestreuten Informationen über angebliche Interessenten aus aller Welt, hoffen wir, dass das nicht als Aufforderung zum Übernahmeversuch dieses Klubs gemeint war - ein Szenario, was in Anbetracht der Tatsache, dass die AS Roma ein geführtes Unternehmen ist, sehr empfindlich wäre.

Die Investorengruppe dieses Vereins hat absolut kein Interesse daran, die AS Roma zum Verkauf anzubieten - weder jetzt noch in der Zukunft.

Wir wünschen Francesco ausschließlich viel Glück bei dem, was er in Zukunft vorhat.

mag

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