Kuntz warnt vor spielstarken Dänen

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U-21-Coach Stefan Kuntz

Wünscht sich "elf Führungsspieler": U-21-Coach Stefan Kuntz. picture alliance

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Auch vor zwei Jahren stand Jonathan Tah unmittelbar vor der U-21-Europameisterschaft, ehe ihn eine Verletzung stoppte. Nun ist der frisch bestätigte Kapitän noch näher dran am Auftakt und stellte sich gemeinsam mit Cheftrainer Stefan Kuntz am Sonntagabend vor dem Abschlusstraining im Stadio Friuli den Fragen der Medien.

"Es war immer etwas Besonderes für mich, das ist es jetzt auch bei meinem letzten U-21-Turnier", so der Leverkusener, "das ist eine große Ehre für mich, ich will versuchen, meine Aufgabe als Kapitän bestmöglich auszufüllen." Gerade dank dieser speziellen Verantwortung habe er sich als Spieler "sehr gut weiterentwickeln können, früher kam ich mehr über Aktionen auf dem Platz, ich habe viel dazu gelernt, weil ich aus mir rauskommen musste, das steckt nicht so in meiner Natur."

Die Entscheidung im Tor sei hingegen deutlich knapper gewesen versicherte Kuntz und verglich es "mit einem Boxkampf zwischen Titelverteidiger und Herausforderer, wenn der unentschieden ausgeht, gewinnt der Titelverteidiger, so ähnlich war es auch hier." Nach Begutachtung der fußballerischen Aspekte und der bisherigen Leistungen in der U 21 "geht Alex erstmals für ein ganzes Turnier als die Nummer 1."

Kuntz: "Wir brauchen gegen Dänemark elf Führungsspieler"

Nicht nur Tah und Lukas Klostermann müssten Verantwortung übernehmen zum Auftakt am Montagabend in Udine gegen Dänemark (21 Uhr), "wir brauchen elf Führungsspieler", mahnt Kuntz, "ich erwarte definitiv ein besseres dänisches Team als vor zwei Jahren". Damals hatte sich der spätere Europameister im zweiten Gruppenspiel glatt mit 3:0 gegen die Dänen durchgesetzt.

"Dänemark hat ein sehr spielstarkes und homogenes Team, sie haben in einem Testspiel Belgien keine Chance gelassen", weiß Kuntz, die Spielweise der deutschen und dänischen Mannschaft sei "sehr ähnlich, beide wollen Ballbesitz und das Spiel bestimmen. Deswegen wird das ein sehr interessantes Spiel, auch in Sachen Taktik." Zudem warnte der 56-Jährige vor den gefährlichen Standards von Robert Skov vom FC Kopenhagen, der in der EM-Qualifikation alleine acht Treffer erzielte.

Nach der finalen Trainingseinheit werde er seine Akteure ihrer individuellen Spielvorbereitung überlassen, erklärte Kuntz, "es ist jetzt wichtig, die Jungs auch mal in Ruhe zu lassen, das Spiel wird Anforderungen stellen, die die Jungs eigenständig entscheiden müssen, deswegen brauchen sie auch Freiraum." Da müsse sich der Trainer auch mal zurücknehmen, "auch wenn das für mich das Schwerste ist".

Gerade in dem aktuellen Modus mit drei Vierergruppen, von denen nur der jeweilige Erste sicher weiterkommt, ist ein guter Start ins Turnier elementar wichtig. "Da bleibt keine Zeit, erstmal ins Turnier reinzukommen, aber das weiß die Mannschaft", ist sich Kuntz sicher.

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