Durchwachsener zweiter Durchgang verhindert deutlicheren Sieg

28:17 gegen Kosovo - DHB-Team bleibt in EM-Quali makellos

Johannes Golla

War mit sechs Treffern bester deutscher Werfer gegen Kosovo: Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt. imago images

Die deutschen Handballer haben sich mit einem weiteren Kantersieg und einer perfekten Bilanz in der EM-Qualifikation Richtung Sommerpause verabschiedet. Die DHB-Auswahl trat ohne die meisten Stammspieler an, da Bundestrainer Christian Prokop diese nach einer langen Saison schonen wollte. Mit Andreas Wolff und Interimskapitän Kai Häfner standen nur zwei deutsche WM-Fahrer im Aufgebot, dafür gab Tobias Reichmann nach seiner Ausbootung im Januar sein Comeback. Deutschland war bereits vorab für die EM 2020 in Norwegen, Österreich und Schweden qualifiziert und schloss die EM-Quali mit der makellosen Ausbeute von 12:0 Punkten ab. Beste Werfer in der mit 7187 Zuschauern ausverkauften Nürnberger Arena waren Flensburgs Johannes Golla mit sechs Treffern sowie Philipp Weber und Marian Michalczik (beide 5).

Wolff und Klimpke parieren stark

Zwar spielte die DHB-Auswahl in der zweiten Halbzeit deutlich schwächer, in ernsthafte Schwierigkeiten geriet sie gegen den klaren Außenseiter aber zu keiner Zeit. Dank der starken Paraden von Torwart Wolff - der für den erkrankten Dario Quenstedt nachnominiert worden war - kassierte Prokops Mannschaft erst in der neunten Minute ihren ersten Gegentreffer zum 5:1. Zudem agierte der neuformierte Mittelblock mit Erik Schmidt und Golla im ersten Durchgang durchaus agil und gefällig. Der Kosovo versuchte die Angriffe lange auszuspielen, dies gelang jedoch zu selten. Über 7:2 und 12:3 warf Deutschland schon bis zur Halbzeit einen deutlichen 16:5-Vorsprung heraus, vor allem Webers Rückraumfackeln hatte der Gegner nichts entgegenzusetzen.

Es ist ein tolles Gefühl, das Vertrauen vom Trainer zu bekommen und dafür, dass die Mannschaft doch recht neu zusammengewürfelt war, haben wir das auch ordentlich gemacht.

Tobias Reichmann nach seinem Comeback im DHB-Team

In Abschnitt zwei ging Prokops Rasselbande nicht mehr ganz so konsequent zu Werke, konnte in der Offensive dennoch schöne Tore erzielen. Eines der Highlights war der "Kempa-Trick", den Michalczik auf Vorlage von Yves Kunkel ins Tornetz jagte. Trotz des - vor allem defensiven - Leistungsabfalls geriet das DHB-Team nie in wirkliche Bredouille. Hinter der Abwehrreihe konnte sich der WM-Vierte aber auch im zweiten Durchgang auf einen guten Torhüter verlassen, der Schlimmeres verhinderte. Der für Wolff in die Partie gekommene Till Klimpke wehrte einige Wurfversuche der Gäste ab. Gegen Ende der Partie wurden vom DHB-Team unter anderem drei Strafwürfe vergeben, sodass der Kosovo das Ergebnis noch im Bereich des Erträglichen halten konnte.

Nach dem Sommerurlaub und der Rückkehr in den Liga-Alltag trifft sich die Nationalmannschaft erst Ende Oktober zu zwei Länderspielen gegen Kroatien wieder.

Statistik

Deutschland - Kosovo 28:17 (16:5)

Deutsches Aufgebot:
Tor: Klimpke (HSG Wetzlar), Wolff (THW Kiel)
Golla (SG Flensburg-Handewitt) 6, Michalczik (GWD Minden) 5, Weber (SC DHfK Leipzig) 5, Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) 3, Reichmann (MT Melsungen) 3/1, Büdel (HC Erlangen) 1, Heymann (Frisch Auf Göppingen) 1, Kastening (TSV Hannover-Burgdorf) 1, Kunkel (MT Melsungen) 1, Schiller (Frisch Auf Göppingen) 1/1, Schmidt (Füchse Berlin)
Tore Kosovo: Terziqi 8, Quni 3, Hoxha 2, Kabashi 2, Bashkim 1, Jupa 1
Schiedsrichter: Florian Hofer (Österreich)/Andreas Schmidhuber (Österreich)
Zuschauer: 7187 (ausverkauft)
Strafminuten: 6/6
Disqualifikation: - / -

mwo