Auger-Alisassime kampflos im Endspiel

Berrettini verwehrt Struff das Stuttgarter Finale

Matteo Berrettini

Im Finale von Stuttgart: Matteo Berrettini. imago images

Die Final-Premiere von Jan-Lennard Struff beim Rasen-Tennisturnier in Stuttgart fällt aus. 28 Jahre nach dem letzten deutschen Titelgewinn von Michael Stich auf dem Weissenhof scheiterte der French-Open-Achtelfinalist am Samstag im Halbfinale. 4:6, 5:7 leuchtete am Ende der umkämpften Partie gegen den Italiener Matteo Berrettini ein für Struff bitteres Ergebnis auf der Anzeigetafel. Der Weltranglisten-38. wartet damit weiter auf sein erstes Endspiel auf der ATP-Tour.

Raonic-Absage wegen Rückenproblemen

Nach 74 Minuten verabschiedete sich Struff enttäuscht von den rund 5000 Zuschauern. "Ich hatte ein bisschen Probleme, ich habe nicht ideal gespielt", sagte die deutsche Nummer zwei. "Jede Niederlage tut weh. Er war einfach besser. Er hat es verdient." Der mit 754.540 Euro dotierte MercedesCup muss am Final-Tag nun ohne deutsche Beteiligung auskommen. Nach dem Teilnahme-Verzicht von Rekord-Grand-Slam-Champion und Titelverteidiger Roger Federer, dem schnellen Aus von Deutschlands Topspieler Alexander Zverev und anderer hoch eingestufter Spieler trifft Berrettini am Sonntag (15 Uhr) auf ein kanadisches Toptalent: Felix Auger-Aliassime. Der 18-Jährige erreichte kampflos das Finale, weil Vorjahresfinalist Milos Raonic wegen Rückenproblemen nicht antrat.

Berrettini zu variabel

Für Struff war der Weltranglisten-30. Berrettini zu stark. Der Sauerländer ärgerte den Finalisten des Sandplatz-Turniers von München zwar phasenweise mit seiner druckvollen Vorhand und seinen konsequenten Netzangriffen, schaffte es aber nicht ein Mal, seinem Gegner das Service abzunehmen. Die deutsche Nummer zwei schien mit dem Aufschlag des Italieners nicht zurecht zu kommen. Der zweimalige Titelgewinner aus Rom spielte zudem variabel und konstant.

Beide Halbfinalisten hatten in ihren vorherigen drei Partien keines ihrer eigenen Aufschlagspiele abgegeben. Die Serie hielt nur für den Italiener. Struff dagegen verlor im ersten Satz sein viertes Aufschlagspiel zum 3:4, weil eine Vorhand zu lang geriet. Der erste Satz war kurz danach weg. "Ich bin nicht so zufrieden, dass ich noch kein Finale erreicht habe", hatte Struff zuvor eingeräumt. Doch wie bei seinen sechs vorangegangenen Halbfinal-Teilnahmen kam für Struff auch diesmal das Aus. Berrettini erlaubte sich bei seinem eigenen Aufschlag auch im zweiten Satz keine Schwäche. Als eine Rückhand dagegen von Struff ins Aus flog und er das zweite Break der Partie zum 5:6 kassierte, war die Entscheidung gefallen.

Struff bewies dennoch zwei Wochen vor dem Wimbledon-Auftakt seine gute Form auch auf Rasen. Als einziger Deutscher im Halbfinale rechtfertigte er seine Position als bester deutscher Tennisprofi hinter dem Weltranglisten-Fünften Alexander Zverev. Als 38. der Tennis-Welt steht der 1,96 Meter große Warsteiner derzeit so hoch wie nie zuvor, am Montag dürfte er sogar noch weitere Plätze vorrücken.

dpa