Brasilianischer Weltstar stellt sich im deutschen Fernsehen

Marta kritisiert auch Dankerts VAR-Team - und fragt nach Klose

Zwist: Weltfußballerin Marta spricht auf Schiedsrichterin Esther Staubli aus der Schweiz ein.

Zwist: Weltfußballerin Marta spricht auf Schiedsrichterin Esther Staubli aus der Schweiz ein. Getty Images

Nach dem 3:0 gegen Jamaika, bei dem die Brasilianerinnen noch auf die angeschlagene Marta hatten verzichten müssen, feierten die Fans Sturmpartnerin Cristiane. Gegen Australien hätte dann die brasilianische Spielführerin die Schlagzeilen bestimmen können, doch Australien drehte ein 0:2 noch in ein 3:2. Die letzten beiden Gegentore musste Marta auf der Bank mit ansehen, da sie bereits zur Pause - wohl eine Vorsichtsmaßnahme - von Trainer Oswaldo Fumeiro Alvarez ersetzt wurde.

Im ersten Abschnitt hatten die Mitspielerinnen immer wieder Marta gesucht, die mit ihrer Ruhe am Ball Souveränität ausstrahlte. Zudem verwandelte sie einen Strafstoß zum 1:0, ohne dabei auch nur einen Anflug von flatternden Nerven zu zeigen. Mit dem Seitenwechsel brachen dann Marta und die ebenfalls ausgewechselte Formiga (41) weg - und Brasilien endgültig unter dem Gegenpressing der Matildas ein.

Wenn man diese technischen Möglichkeiten hat, sollte man sie nutzen - und das auch auf beiden Seiten.

Marta

Wenige Minuten nachdem Marta noch auf Schiedsrichterin Esther Staubli aus der Schweiz eingeredet hatte, stand sie mit ernster Miene am ZDF-Mikrofon. Zuerst wurde die sechsmalige Weltfußballerin nach ihrer Gefühlslage gefragt, da sie sicherlich enttäuscht sei. "Wir sind enttäuscht, weil wir stark angefangen, dann aber zugelassen haben, dass der Gegner das Spiel gedreht hat", begann Marta und legte nach: "Enttäuscht auch, weil einige Fehler technischer Art begangen wurden. Am Ende hätte man einen klaren Elfmeter für Brasilien geben müssen. Der wurde nicht gegeben. Wenn man diese technischen Möglichkeiten hat, sollte man sie nutzen - und das auch auf beiden Seiten."

Marta: "Das hättet ihr auch mal fragen können"

Im Verlauf des Spiels hatte Staubli immer wieder mit Videoschiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock Kontakt gehabt, woran sich beide Mannschaften störten. Am Ende fühlten sich die Brasilianerinnen benachteiligt. Ob denn noch eine Chance auf das Achtelfinale bestehe? "Es ist noch alles offen. Jetzt gehen wir natürlich ins nächste Spiel, um das zu gewinnen", so Marta. Am Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker.de) wartet das zum Auftakt ebenfalls siegreiche Italien.

Der ZDF-Reporter hatte sich bereits für das Interview bedankt, als Marta auf Portugiesisch auf ihn einredete. Dabei verstand er nur das Wort "Klose" und guckte verdutzt in Richtung seines Übersetzers, den Marta mit einem lauten Lachen noch aufforderte, das doch bitte auch zu übersetzen. Er klärte auf: "Sie hat am Ende noch gesagt: 'Mein Gott, wie konntet ihr das vergessen. Ich habe jetzt auch 16 Tore geschossen, genau wie euer Klose. Das hättet ihr auch mal fragen können'." Mit ihrem Elfmetertor hatte Marta tatsächlich WM-Geschichte geschrieben, sich angesichts des Ergebnisses aber nicht so richtig darüber freuen können.

msc

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