Teenagerinnen spielen eine wichtige Rolle

MVT und die Suche nach der Stammelf: "Wollen cleverer sein"

Bundestrainierin Martina Voss-Tecklenburg (re.), verdeckt inmitten ihrer Spielerinnen. imago images

Schon einige Stunden vor Anpfiff hatte die Bundestrainerin durchblicken lassen, dass gegen Spanien nicht nur nach einem Ersatz für die verletzte Spielmacherin Marozsan gesucht werden würde. Beim überschaubaren 1:0-Auftaktsieg über China hatte "MVT" so manches nicht gefallen - außerdem "schauen wir auf den Gegner", eine in Stein gemeißelte Stammelf wird es voraussichtlich erst einmal nicht geben.

Allein schon wegen des Ausfalls von Marozsan, deren Rückkehr noch nicht genau datiert ist. Gegen Spanien setzte Voss-Tecklenburg auf ein 4-4-2, in dem die klassische Rolle des Zehners ohnehin nicht auftaucht. Mit den Einwechslungen kamen dann auch Umstellungen. Besonders Kapitänin Alexandra Popp, die die zweite Gruppenbegegnung im Sturmzentrum begann, erwies sich einmal mehr als variable Allzweckwaffe, spielte am Ende neben Lena Goeßling auf der Sechs und warf sich nach 92 Minuten schließlich in den Schuss von Aitana Bonmati - die letzte Chance der Spanierinnen.

"Diese Flexibilität zeichnet uns aus", bekräftigte Voss-Tecklenburg nach dem zweiten 1:0-Sieg am ZDF-Mikrofon. "Im Endeffekt ist es egal, wer die Tore macht", versicherte Popp, nicht ohne zuzugeben, dass "ein Tor einem immer guttut, gerade wenn man vorne spielt." Vorne spielte im zweiten Durchgang auch die erst 18-jährige Klara Bühl. "Ich hab' mich tierisch gefreut, habe Spaß und Mut mitgebracht", äußerte sich Bühl im Interview über ihren gelungenen Auftritt, "befreit aufspielen" habe sie können.

Die 19-jährige Giulia Gwinn schoss Deutschland gegen China zum Auftaktsieg.

Die 19-jährige Giulia Gwinn (#15) schoss Deutschland gegen China zum Auftaktsieg. Getty Images

"Wir haben Spielerinnen, die nach ihrer ersten schlechten Aktion Zeit brauchen, um wieder reinzufinden", gab Voss-Tecklenburg nach einer Anfangsphase mit "Glück, nicht in Rückstand gegangen" zu sein, zu - ihre jüngsten scheinen es allerdings nicht zu sein. Neben der 18-jährigen Bühl machte auch die erst 17-jährige Lena Oberdorf ein gutes Spiel, die Torschützin aus der ersten Begegnung, Giulia Gwinn (19), setzte immer wieder Akzente.

"Wir müssen sehen, wie unsere Jungen in gewissen Momenten da sind", gab sich MVT diesbezüglich noch zurückhaltend, der es gegen Spanien noch reichte - "wir wussten, dass Panos auch mal einen fallen lässt" - "cleverer und wacher als der Gegner zu sein". Wenn es für sie und ihr Trainerteam vor den nächsten Spielen wieder darum geht, die Startelf zusammenzustellen, wäre es angesichts der letzten Auftritte aber wohl clever, die drei Teenager zu berücksichtigen.

nba