Der Weltmeister von 1990 stimmt mit auf die EM 2020 ein

Buchwald: "Ich würde Kimmich rechts hinten spielen lassen"

Guido Buchwald

Sieht die Nationalmannschaft auf einem guten Weg: Guido Buchwald. imago images

Herr Buchwald, hat es Spaß gemacht, der DFB-Elf gegen Estland zuzuschauen?

Absolut, auch wenn es einseitig war. Die Art und Weise, wie die Nationalmannschaft gespielt, welchen Teamspirit sie gezeigt, dass jeder den Ball gefordert hat, hat die Zuschauer mitgenommen. Wir haben schöne Passpassagen, Tempodribblings, Nahtstellenpässe und auch noch schöne Tore gesehen. Es war rundum ein schönes Fußballspiel von unserer Seite. Man konnte erkennen, wie viel Qualität in unserer Mannschaft steckt. Auch wenn man nicht außer Acht lassen darf, dass der Gegner nur zweitklassig war.

Greift der Verjüngungsprozess?

Auf jeden Fall, es war zu sehen, dass die Spieler alle unheimlich ehrgeizig sind, mit der Nationalmannschaft noch viel vorhaben und welche Power in ihnen steckt. Man spürt, dass sie nicht nur für sich selber etwas erreichen wollen, sondern für unser Land, für Deutschland - und das macht unheimlich Spaß.

Wohin kann diese Power führen bei der EM 2020?

Bis zum Titel! Natürlich braucht man dazu auch etwas Glück, aber wenn man die Tendenz sieht und wie breit die Mannschaft vor allem in der Offensive aufgestellt ist: Da wächst etwas zusammen. Wenn Marco Reus, Leroy Sané oder Timo Werner in Form sind, ist es für jeden Gegner schwer dagegenzuhalten.

Wie sieht es in der Defensive aus?

Das ist noch nicht so richtig zu beurteilen, weil sie nicht richtig gefordert wurde. Bei den Außenverteidigern würde ich Joshua Kimmich nach wie vor rechts aufbieten statt im defensiven Mittelfeld. Es ist seine beste Position und wir haben wenig Alternativen. Gerade bei den Außenverteidigern müssen wir schauen, wie es sich entwickelt.

Wie wichtig ist, dass der Schulterschluss zwischen Zuschauern und Mannschaft wieder da ist?

Ein Störfeuer kann nie leistungsfördernd sein. Auf dem Platz spürt man es, ob das Publikum hinter einem steht. Wenn die Zuschauer einen nach vorne peitschen, ist das eine zusätzliche Motivation und es kann ein Spiel entscheiden.

Interview: Michael Ebert

15

Die höchsten Siege der deutschen Nationalelf