Das wird anders im neuen FIFA

FIFA 20: So verändert EA das Gameplay

Am Gameplay wird sich einiges tun.

Am Gameplay wird sich einiges tun. EA SPORTS/kicker eSport

Letzteres dürfte sicherlich für Diskussionen sorgen, wünschen sich die Profis doch gerade eine abgeschwächte "CPU-Verteidigung". Mit dem kommenden neuen Modus "VOLTA" muss EA nun allerdings einen Spagat wagen: Schlauere KI und stärkere Fokussierung auf den Skill des Spielers.

So sollen sich die künstlichen Kicker mehr am Spieler orientieren und selbst Räume schaffen können, allerdings möchte der Hersteller z.B. Schüsse aus sinnvollen Positionen stärker belohnen. Selbiges gilt für "sauberes Tackling" in der Verteidigung, also das Drücken im richtigen Moment, statt des einfachen Zulaufens durch künstliche Mitspieler.

Hier dürfte einer der Knackpunkte liegen, an denen FIFA 20 in spätestens einem Jahr gemessen werden wird. Schafft EA den Spagat, oder wird alles schlimmer?

Dreh- und Angelpunkt: VOLTA

Wie auch in EAs ersten Ankündigungen drehen sich die vorgestellten Neuerungen am Gameplay um VOLTA. Der Street-Modus ist der Angelpunkt von FIFA 20. Mit ihm will EA das Spiel zurück auf die Straße bringen und auf kleinen Feldern Spiele im 3vs3 bis 5vs5 ermöglichen. So wie sich EAs Beschreibungen lesen, wird es vor allem um den Einzelspieler gehen, der KI-Mannen an die Seite bekommt. Und die sollen schlauer werden. "Football Intelligence" nennt der Hersteller das und schlüsselt es in drei Säulen auf: "Entscheidungsmomente" (mit Ball), "Authentischer Spielfluss" (ohne Ball) und "Ballphysik".

Aus dem Sport ist bekannt: Je weniger Spieler auf dem Feld sind, desto stärker profitiert die Mannschaft von Einzelaktionen, da sie Räume und Überzahl schaffen können. Dem widmet sich EA, führt Seitwärtsdribblings und dynamische 1-gegen-1-Situationen ein und lässt die KI sich der Spielweise des Benutzers anpassen. Konkret dürfte das bedeuten: Passe ich viel, werden die Mannen anspielbar sein, trickse ich viel, sollten sie sich auf Überzahlsituationen einstellen. Das setzt natürlich eine verbesserte KI vor raus. Ein potenzieller Streitpunkt, denn die Updates werden nicht auf VOLTA beschränkt sein. Der Spagat ist auch hier wieder: "Die KI bietet intelligente defensive Unterstützung und belohnt und ergänzt das Defensivverhalten des Benutzers."

Zentrum der Partie: Der (Einzel)-Spieler

So soll der Benutzer in jeder Sekunde des Spiels im Mittelpunkt stehen. Er entscheide, wie das Spiel läuft, und die KI-Kicker unterstützen ihn dabei. Ruhe wird zum neuen Superwert, allerdings nicht für die virtuellen Spieler, sondern für den mit dem Controller in der Hand. Wer vor dem Tor eiskalt bleibt, soll besser treffen. Ebenso wird es in der Verteidigung sein: Ruhe bringt Vorteile.

Auch am Realismus von Standards und der Ballphysik wird geschraubt. In FIFA 20 soll es neue Schuss-Flugbahnen geben, Flatterbälle und ordentliche Bogenlampen. Ebenso werden risikoreiche Annahmen, wie bei einer Volleyflanke, mit einer größeren Wahrscheinlichkeit ausgestattet, zu versagen. Wird sie ordentlich getroffen, ist aber die Chance auf einen Torerfolg größer.

Timed Finishing

In den Pitch Notes bespricht EA außerdem die aus ihrer Sicht drei wichtigsten Punkte, an denen für FIFA 20 gearbeitet wird: Timed Finishing (TF), Manual Goalkeeper Movement und Chained Skillmoves.

Auch wenn viele Profis das mittlerweile anders sehen: EA ist sich sicher, dass Timed Finishing eine Verbesserung für FIFA darstellt. Wer diese Funktion übt, erzielt bessere Ergebnisse. Allerdings sei TF gleichzeitig kein Garant für Tore, wer den Schuss zu stark auflädt, daneben zielt oder in den Verteidiger ballert, wird kein Tor machen, auch nicht, wenn er grün trifft. TF bleibt also im Spiel, und zwar wie es ist, mit einer kleinen Anpassung: Grün zu treffen, wird noch schwieriger und die Fehlerkorrektur beim eigenen Schützen wird etwas verschlechtert.

Keeper, Skillmoves und FUT

Keeper werden bei manueller Bewegung langsamer sein und der Spieler kann ihn nur noch 1-2 Schritte lenken. EA geht es darum, Antizipation zu belohnen, aber den Torhüter nicht mehr durch das gesamte Tor bewegen zu können. Außerdem wird es nur solange möglich sein, den Keeper zu verstellen, bis die Schussrichtung des Angreifers feststeht. Das soll sich ganz anders anfühlen als in FIFA 19, schreibt EA. Ebenso wolle man die aneinandergereihten Skillmoves schwächen. Wie genau, steht noch nicht fest.

Es wird also wieder einmal realistischer, aber auch stärker auf den Einzelspieler orientiert. Ob EA der Spagat gelingt, wissen wir erst im Herbst. Einen spannenden Ausblick hat der FIFA-Hersteller auch noch eingebaut: "FIFA Ultimate Team bietet noch mehr Möglichkeiten für den Aufbau des Wunschteams", ist zu lesen. Man darf gespannt bleiben.

Holm Kräusche

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