Nach neuen Verträgen für Stoppelkamp und Gembalies

"Wichtiger Baustein": Auch Albutat bekennt sich zum MSV

Dienstältester Spieler: Tim Albutat.

Dienstältester Spieler: Tim Albutat. imago images

"Jetzt zu gehen - das wäre nicht ich gewesen". Ein Satz, der bei einigen Fans des MSV Erleichterung auslöst. Denn nach dem schmerzlichen Abgang von Kevin Wolze schmiert die Vertragsverlängerung von Routinier Stoppelkamp ein wenig heilende Salbe auf die aufgerissene Wunde. Der 32-Jährige will die Verantwortung für den Abstieg aus der 2. Bundesliga mittragen und unterschreibt langfristig in Duisburg.

Für die Verantwortlichen des Vereins aber nichts Neues: Stoppelkamp habe sich bereits "sehr frühzeitig zu uns bekannt und deutlich gemacht, dass er in der neuen Liga die Ärmel aufkrempeln und Verantwortung übernehmen wird, um den MSV wieder dahin zu bringen, wo er hingehört", erklärte Sportdirektor Ivo Grlic. Coach Torsten Lieberknecht fügte an: "'Stoppel' hat immer bekräftigt, dass er uns auch beim 'worst case' treu bleiben wird. Das verdient unseren Respekt."

Abstieg? Kennt Stoppelkamp

Stoppelkamp sammelte beim Thema Abstieg bereits einiges an Erfahrung. Der Mittelfeldakteur trat in seiner Profi-Karriere bereits viermal den Gang in eine niedrigere Liga an. Mit dem SC Paderborn wurde er nach dem Abstieg aus der Bundesliga in der Saison 2014/15 im darauffolgenden Jahr direkt in die 3. Liga durchgereicht. 2017 mit dem Karlsruher SC und in der abgelaufenen Spielzeit mit den Zebras musste er jeweils aus der zweiten in die dritte Liga.

Seine Serie möchte er in Duisburg, wo er bereits von 1997 bis 2002 in der Jugend spielte, natürlich nicht fortsetzen: "Der MSV war und ist mein Verein. Ich fühle mich mitschuldig, dass wir in der 3. Liga sind. Ich will und werde die Ärmel aufkrempeln und anpacken", stellte Stoppelkamp klar. Dabei verzichtet er auf Teile des Gehalts, weshalb Grlic ihm seine "Hochachtung" aussprach. Genaue Angaben über die Vertragslaufzeit machte der Klub nicht.

Eigengewächs Gembalies erhält ersten Vertrag

Auch mit einem "Top-Talent" erzielte Duisburg eine Einigung. Gembalies soll statt in der A-Junioren-Bundesliga künftig vermehrt in der 3. Liga auflaufen. Der 19-Jährige erhielt daher nun seinen ersten Profivertrag. "Ein intelligenter Innenverteidiger, hoch talentiert, gepaart mit einer starken Physis und guter Spieleröffnung. Ein Junge, der die wichtige Mentalität zeigt, sich weiterentwickeln zu wollen", lobte Lieberknecht.

Gembalies läuft seit 2008 für seinen ersten und einzigen Verein auf und debütierte in der abgelaufenen Spielzeit bereits im Profiteam. In Regensburg, Hamburg und gegen Heidenheim sammelte der Defensivmann erste Erfahrungen in der 2. Bundesliga. "Ich spiele seit der U 9 hier, war nie in einem anderen Verein", resümierte Gembalies: "Jetzt hier auch meinen ersten Vertrag unterschreiben zu dürfen, ist eine tolle Ehre für mich und soll auch den vielen anderen Talenten zeigen, wie gut die Nachwuchsarbeit in Duisburg ist. Ich bin einfach glücklich und will wirklich helfen, dass wir wieder Erfolg haben."

Albutat zieht nach

Mit Tim Albutat bekennt sich am Mittwoch der nächste Profi zum MSV. Der 26-Jährige unterzeichnet für zwei weitere Jahre bis 2021 und ist nun der dienstälteste Spieler im Kader. "Ich bin seit fünf Jahren hier, und mit dieser Erfahrung will ich gerade den neuen und jungen Spielern helfen, schnell reinzufinden", sagte er.

Albutat gilt als echter Teamplayer. "Er gehört zu den Fußballern, für die der Erfolg der Mannschaft und des Vereins über allem steht", bestätigte Sportdirektor Grlic und ergänzte: "Wir wissen, was wir an ihm haben und er weiß, was er am MSV hat. Tims Bleiben ist für uns zur neuen Saison ein wichtiger Baustein." In der abgelaufenen Spielzeit blieb ihm oft nur der Platz auf der Bank (16 Einsätze, davon sechsmal eingewechselt). Insgesamt kommt er auf 122 Partien für die Zebras.

kon