Frauen-WM, Gruppe A, 2. Spieltag

Slapstick-Geschenk mit etwas Hand, ein Sprint und Präzision: Nigeria siegt 2:0

Asisat Oshoala

Asisat Oshoala umkurvt Torfrau Min-Jeon Kim und erzielt das vorentscheidende 2:0 für Nigeria Getty Images

Nigerias Trainer Thomas Dennerby stellte nach dem 0:3 gegen Norwegen seine Formation dreimal um. Im Tor stand Nnadozie anstelle von Oluehi, Okeke ersetzte Michael in der Defensive, zudem rückte Uchendu für Ayinde ins rechte Mittelfeld.

Deok-Yeo Yoon, Coach von Südkorea, veränderte nach der 0:4-Auftaktniederlage gegen Gastgeber Frankreich nur einmal im Mittelfeld: Mina Lee ersetzte auf der rechten Seite Young-Ju Lee.

Die Partie startete sehr verhalten. Beide Teams leisteten sich extrem viele Abspielfehler im Aufbau, das fußballerische Niveau ließ dementsprechend zu wünschen übrig. Auffällig war aber von Beginn an die lautstarke Unterstützung der nigerianischen Fans. Dennoch übernahmen die Südkoreanerinnen nach der schwachen Anfangsphase zunehmend das Kommando. Viel ging über die agile Kang, die auf der rechten Seite ordentlich Betrieb machte. Ihre Flanken fanden aber keine Abnehmer.

Allgemein versuchten es die Asiatinnen oftmals mit hohen Bällen, im letzten Spielfelddrittel fehlte die nötige Kreativität. Defensiv ließ Südkorea nichts zu, Nigeria spielte offensiv ohne jegliche Gefahr - bis zum großen Blackout von Do-Yeon Kim: Chikwelu brachte einen langen Ball auf Oparanozie. Kim lief gut in die Flugkurve des Spielgeräts und wollte mit rechts bereinigen. Der Klärungsversuch trudelte aus guten 16 Metern an Torfrau Min-Jeong Kim vorbei - 1:0 Nigeria (29.).

Drei Minuten bis zur Torentscheidung

Jubeln konnten die Afrikanerinnen jedoch nicht sofort. Auch nach mehrmaliger Wiederholung war nicht eindeutig erkennbar, ob Oparanozie noch mit der Hand oder den Fingerspitzen am Ball war. Die Videoüberprüfung dauerte über drei Minuten, am Ende zählte der Treffer dann doch - wohl eine Fehlentscheidung. Die Führung spielte Nigeria in die Karten, die robusten Afrikanerinnen verloren nun deutlich seltener den Ball.

Auch im zweiten Durchgang behielt zunächst Nigeria die Oberhand. Der Kopfballversuch von Oparonozie landete nur knapp über dem Kasten (50.). Richtig gefährlich wurde es aber auf beiden Seiten weiterhin nur selten. Nach einem Patzer von Nnadozie zappelte der Ball aber plötzlich im nigerianischen Netz. Geum-Min Lee stand beim Abstauber jedoch knapp im Abseits - nach Videobeweis zählte das Tor nicht (50.). Der kurze Ausgleichsjubel weckte die Südkoreanerinnen wieder auf, die wieder das Kommando übernahmen. Zwingend torgefährlich wurde es jedoch zu selten.

Oshoala bleibt eiskalt

Einer der mittlerweile seltenen Fehlpässe der Asiatinnen führte zur Entscheidung: Okeke schaltete am schnellsten und spielte nach einem starken Sprint durchs Mittelfeld einen ganz starken Pass in den Lauf von Superstar Oshoala (dreimal Afrikas Fußballerin des Jahres). Die Stürmerin startete durch, umkurvte Torfrau Kim und blieb aus ganz spitzem Winkel eiskalt - 2:0 (75.). Zwei Minuten später hatte Oshoala sogar noch die Chance auf 3:0 zu erhöhen, vergab jedoch freistehend. Südkorea probierte am Ende nochmal alles, hatte im Abschluss aber kein Glück.

Durch den Sieg wahrte sich Nigeria die Chance aufs Achtelfinale, für das Spiel gegen Gastgeber Frankreich (Montag, 21 Uhr) muss aber eine deutliche Leistungssteigerung her.

mwo

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