Marozsans mittlerer Zeh am linken Fuß ist gebrochen

"Wir können Dzsenifer nicht ersetzen"

Martina Voss-Tecklenburg

Muss ihre Startelf umbauen: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. imago images

Aus Valenciennes berichtet Gunnar Meggers

Marozsan erlitt den Bruch des mittleren Zehs am linken Fuß bereits nach 15 Minuten im deutschen Auftaktspiel, hielt aber trotz Schmerzen 90 Minuten durch. "Wir gehen jetzt erst damit an die Öffentlichkeit, weil wir das erstmal alle verarbeiten mussten. Es war ein Schock. Deshalb haben wir uns die Zeit genommen und kommunizieren das erst heute", erklärte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. "Wir hoffen, dass wir sie im Laufe des Turniers wieder auf den Platz bringen können. Aber es ist schwierig, Prognosen abzugeben. Der Ausfall tut weh, vor allem persönlich weh, weil dieses Turnier etwas Besonderes für Jenny ist."

Schlüsselfigur im deutschen Spiel

Dzsenifer Marozsan ist die Schlüsselfigur im deutschen Kader. Die Spielmacherin, die seit 2016 bei Olympique Lyon unter Vertrag steht, war vor der WM in überragender Verfassung, hat mit ihrem Klub in diesem Jahr schon die Meisterschaft, den Pokal und die Champions League gewonnen. Außerdem wurde die 27-Jährige in Frankreich schon zum dritten Mal in Folge zur besten Spielerin der Saison gewählt. "Dzsenifer ist eine Unterschied-Spielerin", hatte Martina Voss-Tecklenburg noch vor kurzem gesagt. Wer Marozsan am Mittwoch in Valenciennes ersetzen soll, wollte die Bundestrainerin nicht beantworten. "Wir können sie nicht ersetzen, weil sie besondere Eigenschaften und Fähigkeiten hat." Möglich ist, dass Stürmerin Alexandra Popp zurückgezogen wird und die Essenerin Lea Schüller als Spitze aufläuft.

Ohnehin wird es in der deutschen Startformation Änderungen geben, kündigte Voss-Tecklenburg in Valenciennes an. "Wir werden nicht nur wegen Dzsenis Ausfall mit einer anderen Mannschaft auflaufen als gegen China. Das ist aus unseren Überlegungen nach dem Spiel entstanden." Die Partie gegen Spanien wird das entscheidende Duell um den wichtigen Gruppensieg. Der Erstplatzierte der Gruppe B kann einem Duell mit Titelverteidiger USA im Achtelfinale aus dem Weg gehen. "Unser Anspruch ist es, zu gewinnen. Wir werden für Dzseni spielen", kündigte Verteidigerin Leonie Maier an.

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