PSG-Profi im kicker-Interview

Wortgefecht mit Neymar: Draxler klärt auf

Julian Draxler

Ist mit seine Entwicklung bei PSG zufrieden: Julian Draxler. picture alliance

Paris St. Germain wurde einmal mehr Meister in Frankreich - "enttäuschend" nennt Julian Draxler die abgelaufene Saison im kicker-Interview (Dienstagausgabe) dennoch: "Für einen Verein mit diesen Ambitionen ist eine Meisterschaft zu wenig." Mit seinem eigenen Jahr indes ist der 50-malige Nationalspieler sehr wohl zufrieden.

"Der Start war relativ schwierig, weil Thomas (Tuchel, d.Red.) anfangs wohl nicht so recht wusste, wohin mit mir", blickt Draxler zurück. "Dann habe ich oft auf der Achter-Position oder zwischen der Sechs und Acht agiert, weil wir vorn mit di Maria, Cavani, Mbappé und Neymar wahrlich nicht schlecht bestückt sind. Meine Aufgabe war es da, den Trainer davon zu überzeugen, dass ich auch diese Position spielen kann. Das ist mir sehr gut gelungen, das hat er mir auch bestätigt, das zeigen auch meine Einsätze." Keiner im Kader verzeichnete am Ende mehr als Draxler.

Die haben alle große Egos, jeder will der beste Torschütze sein in der Mannschaft, möglichst in der Liga und vielleicht auch in ganz Europa.

Julian Draxler über Neymar, Mbappé & Co.

Der Ex-Schalker hat seine Rolle gefunden: "Bei PSG hast du das Quartett da vorn, das darauf wartet, gefüttert zu werden. Die haben alle große Egos, jeder will der beste Torschütze sein in der Mannschaft, möglichst in der Liga und vielleicht auch in ganz Europa." Da brauche man dahinter jemanden, "der das Spiel aufbaut und defensiver denkt. Das war in dieser Saison meistens meine Aufgabe, da habe ich meine Rolle gefunden. Ich habe in den 48 Pflichtspielen fünf Tore erzielt und zwölf Vorlagen gegeben, aber aus einer deutlich defensiveren Position heraus als zuvor."

"Neymar war sauer, ich war sauer"

Mit einem dieses "Ego-Quartetts" war Draxler Anfang Mai nach der 2:3-Niederlage in Montpellier aneinandergeraten. Was war da los? "Ich hatte eine Meinungsverschiedenheit mit ihm, wie sie immer mal vorkommt. Nur: Wenn es mit Neymar passiert, kommt es meistens in die Presse", klärt Draxler lachend auf.

"Wenn man anderer Meinung ist, dann muss man das auch sagen, egal wer einem gegenübersteht. Es ging um eine Sache während des Spiels. Er war sauer, ich war sauer, ein Wort gab das andere, dann war die Sache auch schnell wieder gegessen." Sein Fazit: "Nichts Wildes eigentlich, aber es hat schon gezeigt, dass wir mental ziemlich angeschlagen waren."

Bis 2021 ist Draxlers Vertrag bei PSG noch gültig. Wie geht es weiter? "Ich bin weit davon entfernt zu sagen: Ich halte es hier nicht mehr aus, ich muss weg. Im Gegenteil: Ich fühle mich sehr wohl, komme auf meine Spiele, habe einen Super-Trainer und bin in einem Super-Verein." PSG sei zwar "im positiven Sinne verrückt, da kann von heute auf morgen viel passieren. Aber ich denke nicht, dass mich in Paris jemand vom Hof jagen will. Ich starte am 8. Juli ins Training und werde mich auf die neue Saison vorbereiten wie auf die letzte. Und wenn mir eine Vertragsverlängerung angeboten wird, höre ich mir das an."

Das große Interview mit Julian Draxler lesen Sie im aktuellen kicker vom Dienstag!

jpe/oha

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