Serbien darf sich keine weiteren Ausrutscher erlauben

Nach dem Debakel: Krstajics Endspiel?

Unter Druck: Mladen Krstajic.

Unter Druck: Mladen Krstajic. Getty Images

Krstajic steht unter massiver Kritik, sogar seine Entlassung könnte bevorstehen - und das, obwohl die Serben vor dem Desaster in der Ukraine acht Spiele lang nicht verloren hatten, dabei gar bei großen Fußballnationen wie Deutschland (1:1) und Portugal (1:1) bestehen konnten. Und dennoch: In der Ukraine stimmte so gut wie gar nichts, vor allem die extrem offensive taktische Ausrichtung mit gerade mal vier defensiven Spielern - darunter auch Abwehrmann Kolarov, der nur allzu gerne nach vorne marschiert, wird dem Coach zu Last gelegt.

Dieser übernahm auch die Verantwortung. "Die Taktik obliegt meiner Verantwortung, die Auswahl der Spieler ebenso", sagte der 45-Jährige, der den eigenen Spielern ausdrücklich keinen Vorwurf machte. Vielmehr hob Krstajic hervor, dass er diese Mannschaft führt und ihr "Kommandant" sei. "Wir haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg." Nun müsse man den Blick so schnell wie möglich nach vorne richten. "Wir alle trauern dem Spiel nach, können die Uhr aber nicht zurückdrehen. Wir können nur eine Reaktion sowie Charakter zeigen und zurück in die Spur finden. Wenn wir bis September nur jammern, dann bringt uns das auch nicht weiter."

Mitrovic fraglich - Analyse steht bevor

Also muss am Montag gegen Litauen ein Sieg her - und das möglichst überzeugend. Ob Sturmtank Aleksandar Mitrovic dann wird spielen können, bleibt ungewiss. Der 24-Jährige hat Bauchmuskelprobleme, spielte deshalb auch in Kiew nicht von Beginn an. Der Frage nach dem System - 3-5-2 oder 4-3-3 - wicht der Coach aus. "Wir werden sehen", sagte Krstajic dazu.

Klar dürfte sein, dass ein weiterer Ausrutscher dem Coach wohl nicht verziehen werden würde. Verbandspräsident Slavisa Kokeza, der sich öffentlich bei "allen Bürgern Serbiens für das Debakel entschuldigte", kündigte bereits an, dass man nach dem Litauen-Spiel die Lage analysieren möchte. Dann dürfte auch über die Zukunft von Krstajic entschieden werden. Teile der serbischen Fans fordern seinen Kopf - wegen seiner taktischen Fehler, aber auch aufgrund der Tatsache, dass Spieler wie Matija Nastasic (Schalke 04), Luka Milivojevic (Crystal Palace) oder zuletzt auch Nemanja Matic (Manchester United) nicht berücksichtigt werden.

Wenn ich gehen muss, dann gehe ich erhobenen Hauptes.

Mladen Krstajic

Innerhalb des Verbands hat der ehemalige Bundesliga-Profi allerdings auch große Fürsprecher. So lobte Sportdirektor Darko Kovacevic explizit die Arbeit des Trainers. "Er arbeitet phänomenal, arbeitet gewissenhaft und leidenschaftlich. Er hat unsere Unterstützung." Zum Spiel in der Ukraine stellte der ehemalige Stürmer fest, dass "so ein Spiel einmal in zehn Jahren passiere" und es einfach unglücklich lief.

Krstajic selbst macht sich keine Gedanken über seine mögliche Entlassung: "Ich werde akzeptieren, was der Verband entscheidet. Wenn ich gehen muss, dann gehe ich erhobenen Hauptes und werden mit dann als Fan die kommenden Spiele gegen Luxemburg und Portugal anschauen."

drm