Spezieller Test gegen den EM-Konkurrenten

Kuntz spielt Doppelpass mit Polen

Stefan Kuntz

Absprache mit dem polnischen Kollegen: U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz. imago images

Aus dem Trainingslager der U 21 in Natz/Südtirol berichtet Michael Pfeifer

Ehe es am 17. Juni gegen Dänemark ernst wird beim Auftaktspiel der Europameisterschaft in Italien bleibt dem Trainerstab um Chef Stefan Kuntz nach dem Kantersieg gegen die Amateure am Freitag nur noch eine Gelegenheit, sein Aufgebot unter Wettkampfbedingungen gegen einen adäquaten Gegner zu testen.

Am kommenden Montag wird die ebenfalls für die Endrunde qualifizierte Mannschaft aus Polen nach Natz anreisen, um den Ernstfall zu proben. "Ich habe mich mit meinem Kollegen bei der U-20-WM in Polen getroffen", berichtet Kuntz von einer Übereinkunft mit Polens U-21-Coach Czeslaw Michniewicz, "wir helfen uns gegenseitig."

Viermal 30 Minuten - Gegner-Simulation

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit werden die beiden EM-Teilnehmer am Montagabend unter modifizierten Bedingungen gegeneinander antreten. "Wir haben uns auf eine Spielzeit von viermal 30 Minuten geeinigt, um möglichst viele Spieler höher zu belasten", verrät Kuntz, "in einem Teil kopieren die Polen einen unserer Gegner, und umgekehrt kopieren wir einen ihrer Gegner." So sollen bestimmte taktische Abläufe und Varianten eingeschliffen werden. "Und dann spielen wir auch noch frei drauflos und hängen auch mal mehrere Standards hintereinander dran, die dann nicht in die Wertung kommen, einfach um diese Abläufe unter Wettkampfbedingungen zu üben. Da wollen wir auch einige Sachen ausprobieren und einstudieren."

Polen mit Kownacki und Bielik im Aufgebot

Während das DFB-Team in der Gruppe B in der Vorrunde auf Dänemark, Serbien und Österreich trifft, müssen sich die Polen in der Gruppe A der enorm starken Konkurrenz aus Italien, Spanien und Belgien stellen. Die theoretische Möglichkeit, im Halbfinale erneut aufeinanderzutreffen stört die noch indirekten Konkurrenten erst mal nicht. Im polnischen Aufgebot stehen mit dem aus der Bundesliga bekannten Angreifer Dawid Kownacki von Fortuna Düsseldorf oder Krystian Bielik vom FC Arsenal interessante Akteure. Die Polen hatten sich erst über die Play-offs für die Endrunde qualifiziert, sich dabei aber die favorisierten Portugiesen durchgesetzt (0:1, 3:1).

aho

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