Antriebsvielfalt vom Achtzylinder bis zur Brennstoffzelle

Mercedes GLC: Darf's ein bisschen mehr sein?

Mercedes GLC

Topseller: Von keinem anderen SUV verkauft Mercedes mehr als vom GLC, hier klassisch mit Steilheck. Hersteller

Gern spricht Mercedes beim GLC von einer großen "Familie". In der Midsize-SUV-Reihe kann man nämlich eine besonders breite Modellpalette aufbieten. Am Herzen liegt den Stuttgartern der GLC freilich auch, weil er seit zehn Jahren das meistverkaufte SUV der Marke ist - und das soll auch so bleiben. Nachdem seit vergangenem Jahr bereits die Brennstoffzellen-Variante des GLC angeboten wird (die als weltweit erstes F-Cell-Fahrzeug im Segment gilt), präsentiert sich die Baureihe ab Juli vor allem in Sachen Fahragilität und Komfort gründlich überarbeitet und bekommt noch in diesem Herbst eine Plug-in-Version vom Benziner und im kommenden Jahr auch einen Plug-in-Diesel.

Schon das konventionelle Motorenprogramm des GLC ist umfangreich und deckt mit Benzin- und Dieselmotoren ein Leistungsspektrum von 120 kW (163 PS) bis 375 kW (510 PS) beim Achtzylinder "S" ab. Künftig ziehen die neuen Vierzylinder-Benziner und -Diesel bis 180 kW (245 PS) unter die Haube ein.

In Rekordzeit über die Nordschleife

Mercedes-GLC-Produktmanager Axel Benseler verspricht mehr Dynamik für alle Varianten. Damit liegt er richtig, wie erste Probefahrten rund um Frankfurt zeigen. Die Neuen fahren sich noch stärker als je zuvor, geradezu wie Sportwagen. Das gilt insbesondere für den GLC 63 4Matic mit 350 kW (476 PS) und bulligen 650 Newtonmetern - vier Sekunden von 0 auf 100 km/h sagen alles. In Rekordzeit hat der "S" nicht zuletzt die Nordschleife des Nürburgrings umrundet.

Aber auch die neuen Vierzylinder haben Power: Der Zweiliter-Benziner beispielsweise, ein Turbo-Vierzylinder im GLC 300 4Matic Coupé, leistet stramme 190 kW (258 PS), spurtet in 6,3 Sekunden auf 100 km/h und soll sich nach Norm mit 7,5 Litern auf 100 Kilometer begnügen. Der adäquate Diesel 300 d 4Matic, ebenfalls mit zwei Litern Hubraum, lässt sich ebenfalls nicht lumpen. Seine 180 kW (245 PS) und 500 Newtonmeter drehen kräftig aus dem Drehzahlkeller und geben sich mit bis zu 5,7 l/100 km im genormten Mix sparsam. Die Eckdaten bei den Fahrleistungen: Die 100er-Marke fällt in 6,5 Sekunden, die Spitze liegt bei 231 km/h.

Mercedes GLC Coupé

Schräges Derivat: Das GLC Coupé macht beispielsweise dem BMW X4 Konkurrenz. Hersteller

48-Volt-System mit EQ-Boost

Die GLC-Preise starten bei 47.725 Euro und enden bei 86.637 Euro (für den GLC 63). Zusätzlich ins Programm kommt das Einstiegsmodell mit Vierzylinder-Diesel und 120 kW (163 PS). Bei den Benzinern ermöglicht das 48-Volt-System mit EQ-Boost zusätzliche Funktionen, um den Kraftstoffverbrauch zu senken oder die Agilität und das Komfortverhalten zu steigern. Alle Diesel erfüllen bereits die zukünftige Euro 6d-Norm.

Optisch hat sich nicht viel getan, auch wenn Mercedes den neuen GLC-Look mit modifizierter Front oder den AMG-spezifischen Kühlergrill betont. LED-Scheinwerfer sind jetzt serienmäßig an Bord. Im Innenraum überzeugen das noble Ambiente und die Bedienbarkeit des MBUX - ein Infotainment-System mit neuen Funktionen, das vorbildlich arbeitet und nicht nur von Mercedes als "marktführend" angesehen wird. Optional kann der Kunde unter anderem das volldigitale Kombiinstrument oder den größeren Touchscreen wählen.

Durchsetzungsfähig im Gelände

Der Performance-Allrounder profitiert jetzt (optional für 3700 Euro) anstelle der Stahlfederung von den drei individuell verstellbaren Luftkammern in der Luftfederung. Erstmals beim GLC (dem eigentlichen SUV mit Steilheck) steht die Dynamic Body Control zur Verfügung, das Stahlfahrwerk mit Verstelldämpfung also. Über "Dynamic Select" lassen sich serinmäßig und auf Knopfdruck die vier Stufen "Comfort", "Eco", "Offroad" und "Offroad plus" programmieren. Die Luftfederung macht den GLC in Sachen Komfort und Fahrstabilität nicht nur auf der Straße so gut wie unschlagbar, sondern auch zum König im Gelände.

Mercedes GLC

Kletter-Kompetenz: Auch im Gelände schlägt sich der GLC bravourös. Hersteller

Auf dem Offroad-Gelände des ADAC nahe Rüsselsheim bewies er überzeugend seine Qualitäten. In kritischen, fast ausweglosen Situationen haben uns zudem die weiterführenden Assistenzsysteme geholfen, darunter Kameras, die den durch die Motorhaube verdeckten Bereich oder den die Rundum-Ansicht des Wagens aus der Vogelperspektive auf den Monitor projizieren. On-Road erlauben die Assistenten sogar teilautomatisiertes Fahren.

Aus GLK wurde GLC

Von der Einführung im Jahr 2008 bis 2015 hörte das Midsize-SUV von Mercedes, das es als Vier- und Sechszylinder gab, noch auf den Namen GLK. Danach floss in die Modellbezeichnung das "C" von der C-Klasse ein. Zum "SUV" genannten Steilheck gesellte sich 2016 die Karosserievariante GLC Coupé hinzu. Das Topmodell der Baureihe, der V8 Biturbo, folgte 2017 von AMG und ist das erste und bis heute einzige Midsize-SUV mit Achtzylinder im Segment. Insgesamt hat Mercedes bereits mehr als 1,5 Millionen Einheiten von der Baureihe verkauft.

Ingo Reuss

Mercedes GLC in Kürze:

Wann er kommt: Auslieferung ab Juli

Wen er ins Visier nimmt: BMW X3, Audi Q5, Volvo XC60, Alfa Romeo Stelvio, Jaguar F-Pace

Was ihn antreibt: Benziner und Diesel von 120 kW (163 PS) bis 375 kW (510 PS). Plug-in-Hybrid, Brennstoffzellen-Batterie-Plug-in-Hybrid

Was er kostet: Ab 47.725 Euro

Was noch folgt: 2020 ein Diesel-Plug-in-Hybrid

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Mercedes GLC: Mehr Antriebsvielfalt geht kaum