Torwartlegende hat aber offenbar noch nicht genug

"Mein Abenteuer außerhalb Italiens endet": Buffon verlässt PSG

Gianluigi Buffon

"Grazie Paris": Gianluigi Buffon verlässt PSG und schreitet einer neuen Aufgabe entgegen. imago images

Einer der größten italienischen Torhüter sagt "Au Revoir" zu Paris und zum französischen Meister PSG: Gianluigi Buffon verlässt nach nur einer Saison in diesem Sommer schon wieder Saint-Germain. Das teilte der Klub des deutschen Trainers Thomas Tuchel am Mittwoch mit.

Der Vertrag Buffons läuft zum 30. Juni aus. Beide Seiten einigten sich darauf, die Zusammenarbeit nicht weiter fortzusetzen - obwohl es durchaus die Möglichkeit auf eine Verlängerung gegeben hätte. "Ich bin glücklich, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Mein Abenteuer außerhalb Italiens kommt nun zu einem Ende", sagte Buffon.

Spielersteckbrief Buffon

Buffon Gianluigi

Trainersteckbrief Tuchel

Tuchel Thomas

Paris St. Germain - Vereinsdaten

Gründungsdatum

12.08.1970

Vereinsfarben

Blau-Rot

Juventus Turin - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.11.1897

Vereinsfarben

Weiß-Schwarz

Parma Calcio - Vereinsdaten

Gründungsdatum

27.07.1913

Italien - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.01.1898

Buffon, der 2006 mit Italien Weltmeister wurde und mit 175 Einsätzen Rekordnationalspieler der Squadra Azzurra ist, hatte in der vergangenen Saison neben starker Auftritte auch hin und wieder ein wenig von seiner einstigen Klasse eingebüßt. Einige Male unterliefen dem Altmeister Fehler, wohl auch deshalb kamen letztlich in der Ligue 1 nur 17 Spiele zusammen - und in der Champions League fünf. Ob Buffon, der zwischen 2001 und 2018 für den italienischen Rekordmeister Juventus Turin aktiv war, nun seine Karriere beendet, ist noch unklar.

Sein Agent Silvano Martina sagte allerdings noch am Mittwoch gegenüber einem italienischen Radiosender klar: "Gigi wird nicht aufhören zu spielen." Der Keeper wolle "sich zwei Tage ausruhen und mit seiner Familie über seine Zukunft nachdenken".

Buffon bringt Ernest Hemingway ins Spiel

"PSG hat mir eine Vertragsverlängerung angeboten, die ich aber nicht akzeptiert habe - aufgrund meines Wunsches, mich auf eine neue Erfahrung und eine neue professionelle Herausforderung vorzubereiten", so Buffon selbst indes via Instagram, der sich neben dem WM-Titel 2006, dem UEFA-Pokal 1999 mit Parma, neun Meisterschaften mit Juve und fünf Coppa-Erfolgen (viermal Turin, einmal Parma) nun auch einen Ligue-1-Titel anrechnen darf. "Vielen Dank für alles und für die Möglichkeit, Paris erleben zu dürfen - und für all die Emotionen, die wir geteilt haben. Vor zwölf Monaten bin ich hier angekommen voller Vorfreude und bin herzlichst empfangen worden. Das war wirklich bewegend."

Darüber hinaus merkte Buffon, der es in seiner Laufbahn unter anderem auf 640 Serie-A-Spiele bringt (nur Milan-Legende Paolo Maldini hat mit 647 mehr), noch Folgendes an: "Ich verlasse diesen Ort voller Freude, weil er mir dabei geholfen hat, weiter zu wachsen. Ernest Hemingway (US-amerikanischer Schriftsteller; Anm.d.Red.) hat einst gesagt, dass es nur zwei Orte auf dieser Welt gibt, die einen Menschen glücklich machen: die Heimat und Paris. Von heute an gilt das auch für mich: Paris wird ab sofort auf besondere Weise ebenfalls meine Heimat bleiben... Allez Paris!"

Gianluigi Buffon

Gianluigi Buffon: "Allez Paris!" imago images

Was passiert mit Trapp?

Mit dem Abschied von Buffon bleibt Paris aktuell nur noch Stammtorwart Alphonse Areola - und der 26-jährige Franzose wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch die feste Nummer 1 werden. Schließlich hatte Coach Tuchel zuletzt angekündigt, keine wie in der abgelaufenen Spielzeit praktizierte Rotation (Buffon/Areola) mehr zu wollen: "Wir können so nicht weitermachen. Wir sind der erste Klub in der Fußballgeschichte, der das so gehandhabt hat. Aber auf dieser besonderen Position brauchst du Vertrauen und Automatismen. Es ist nicht möglich, alle zwei, drei Wochen den Torhüter zu tauschen." Und dennoch läuft die Suche nach einem weiteren Torwart - und so könnte auch der deutsche Nationaltorhüter Kevin Trapp, zuletzt an Eintracht Frankfurt ausgeliehen und mit bärenstarken Leistungen aufgefallen, wieder eine Option für PSG werden - wenngleich sich der deutsche Nationalspieler, wie selbst vor Wochen betont, einen Verbleib in Hessen auch vorstellen könne. Zumal ihm in Paris im schlimmsten Fall nur die Ersatzbank droht.

mag

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