THW Kiel bleibt bei Gislasons Abschied nur der zweite Platz

Flensburg ist wieder Meister - VfL Gummersbach steigt erstmals ab

Flensburgs Spieler feiern

Neuer und alter deutscher Meister: Die SG Flensburg-Handewitt hat sich auch 2018/19 die Krone aufgesetzt. imago images

Am Ende gewann die konstanteste Mannschaft der Bundesliga den Titel, die zwischenzeitlich ein ganzes Jahr ohne Niederlage ausgekommen war: Bis zum 28. März hatte Flensburg keinen einzigen (!) Punkt in der gesamten Saison abgeben müssen, das 23:24 beim SC Magdeburg bedeutete den ersten kleinen Rückschlag. Spätestens nach der Derby-Niederlage in Kiel (18:20) Mitte Mai begann allerdings das große Zittern, denn der deutsche Rekordmeister kassierte in der gesamten Saison lediglich drei Niederlagen - und muss sich nun trotz des 30:26-Heimsiegs gegen die TSV Hannover-Burgdorf am 34. Spieltag mit Rang zwei begnügen.

An einem erfolgreichen Ausgang des hochspannenden Meisterrennens hatte SG-Coach Maik Machulla bereits vor Anpfiff keinen Zweifel gehabt: "Wir sind mental durch so viele schwierige Situationen in diesem Jahr gegangen und haben sie gemeistert. Das gibt uns ganz viel Mut und Selbstvertrauen für die Aufgabe." Machulla selbst gewann als Spieler mit den Flensburgern 2014 die Champions League und 2015 den DHB-Pokal. Nach einem großen Umbruch im vergangenen Sommer war seiner SG die Titelverteidigung nicht unbedingt zugetraut worden. So war es aber ein passendes Abschiedsgeschenk für Flensburgs Kapitän und Abwehrchef Tobias Karlsson, der seine Karriere in diesem Sommer beenden wird ("Ich fühle jetzt, dass die Zeit gekommen ist und ich fertig bin").

THW-Triple-Traum geplatzt

Beim Erzrivalen aus Kiel, der zuletzt 2015 die Silberschale in die Höhe recken durfte, herrscht derweil Enttäuschung vor. Nur zu gerne hätte der THW seiner Trainer-Ikone Alfred Gislason einen perfekten Abschied beschert. Der 59-Jährige, der den deutschen Rekordmeister nach elf unglaublich erfolgreichen wie emotionalen Jahren verlässt, hatte mit den Zebras in dieser Saison bereits den DHB-Pokal und den EHF-Cup gewonnen. Die Krönung mit dem Triple - es wäre Gislasons siebte Meisterschaft mit Kiel gewesen - blieb ihm jedoch verwehrt.

VfL stürzt tatsächlich ab

Ausgehebelt: Gummersbach (in Gelben Trikots) kam in Bietigheim nur zu einem Unentschieden.

Ausgehebelt: Gummersbach (in Gelben Trikots) kam in Bietigheim nur zu einem Unentschieden. imago images

Deutlich härter traf es im Abstiegsendspiel fraglos den VfL Gummersbach, der beim direkten Konkurrenten Bietigheim nicht über ein 25:25-Remis hinauskam und deswegen auf dramatische Art und Weise zum allerersten Mal in seiner Vereinsgeschichte aus der Bundesliga abstieg. Im Parallelspiel reichte Ludwigshafen nämlich ein 31:30-Zittersieg gegen Minden zum sensationellen Klassenerhalt - vier Spiele ohne Niederlage (drei Siege, ein Remis) hätte den Eulen im Endspurt niemand zugetraut. Nicht nur Heiner Brand, Klublegende und Weltmeister-Trainer von 2007 ("Ich habe immer gehofft, dass ich so etwas nicht erleben muss"), trifft der VfL-Abstieg hart. Zuletzt hatte das Bundesliga-Gründungsmitglied (1966) zumindest mitgeteilt, die Lizenzbedingungen für die 2. Liga erfüllen zu können.

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Der 34. Spieltag im Stenogramm:

SG BBM Bietigheim - VfL Gummersbach 25:25 (14:13)

Tore für Bietigheim: Rentschler (5), Schäfer (5/1), Link (5), Claus (4), Kraus (3), Haller (2), Fischer (1)
Tore für Gummersbach: Norouzinezhad (6), Vukovic (4), Sommer (3/1), Baumgärtner (3), Schröter (2), Köpp (2), Schukow (2), Preuss (2), Martinovic (1)
Zuschauer: 4517

Bergischer HC - SG Flensburg-Handewitt 24:27 (8:13)

Tore für den BHC: Gunnarsson (8/5), Gutbrod (6), Petrovsky (3), Baena Gonzalez (2), Babak (2), Boomhouwer (2), Nippes (1)
Tore für Flensburg: Gottfridsson (6), Röd (5), Zachariassen (4), Lauge (3), Svan (3), Wanne (3/2), Jondal (2/2), Johannessen (1)
Zuschauer: 10.043

Die Eulen Ludwigshafen - TSV GWD Minden 31:30 (14:15)

Tore für Ludwigshafen: Dippe (8/7), Spiler (6), Feld (5), Salger (4), Falk (2), Dietrich (2), Haider (1), Scholz (1), Bührer (1), Stüber (1)
Tore für Minden: Rambo (8), Staar (6), Korte (3), Padshyvalau (3), Zvizej (3/3), Gullerud (2), Michalczik (2), Strakeljahn (1), Cederholm (1), Mansson (1)
Zuschauer: 2350

THW Kiel - TSV Hannover-Burgdorf 30:26 (15:13)

Tore für Kiel: Ekberg (7/5), Weinhold (7), Duvnjak (6), Wiencek (3), Zarabec (2), Jacobsen (1), Dahmke (1), Bilyk (1), Pekeler (1), Nilsson (1)
Tore für Hannover: Böhm (4), Olsen (4), Brozovic (4), Kastening (4), Häfner (3), Cehte (2), Mavers (1), Thiele (1), Ugalde (1), Johannsen (1/1), Büchner (1)
Zuschauer: 10.285

MT Melsungen - TBV Lemgo Lippe 31:27 (16:13)

Tore für Melsungen: Allendorf (7), Reichmann (4/1), Maric (4), Danner (3), Birkefeldt (3), Michael Müller (3), Philipp Müller (2), Pavlovic (2), Ignatow (1), Mikkelsen (1/1), Schneider (1)
Tore für Lemgo: Hornke (8/5), Zieker (6), Baijens (4), Klimek (3), Guardiola (3), Hübscher (2), Ebner (1)
Zuschauer: 4300

Füchse Berlin - HSG Wetzlar 25:27 (14:11)

Tore für Berlin: Lindberg (8/7), Zachrisson (6), Drux (3), Schmidt (2), Reissky (2), Marsenic (2), Elisson (1), Holm (1)
Tore für Wetzlar: Rubin (7), Holst (5/4), Weissberger (4), Forsell Schefvert (3), Mirkulovski (3), Torbrügge (2), Cavor (2), Frend Öfors (1)
Zuschauer: 8704

SC DHfK Leipzig - Rhein-Neckar Löwen 28:26 (14:11)

Tore für Leipzig: Weber (10), Rojewski (6), Jurdzs (4), Wiesmach (4/2), Binder (2), Semper (1), Esche (1)
Tore für die Löwen: Sigurdsson (11/2), Kohlbacher (5), Schmid (4/1), Tollbring (2), Lipovina (1), Radivojevic (1), Fäth (1), Taleski (1)
Zuschauer: 5239

FA Göppingen - SC Magdeburg 24:31 (12:18)

Tore für Göppingen: Peric (5), Schiller (5/4), Rentschler (4), Zelenovic (4), Ritterbach (2), Sörensen (1), Schöngarth (1), Kozina (1), Sliskovic (1)
Tore für Magdeburg: Pettersson (7/1), Christiansen (5), Musa (4), Musche (4/1), O'Sullivan (3), Bezjak (3), Mertens (2), Plaza Jimenez (1), Weber (1), Damgaard (1)
Zuschauer: 4600

TVB Stuttgart - HC Erlangen 26:28 (14:16)

Tore für Stuttgart: Pfattheicher (8), Schagen (6/2), Häfner (4), Baumgarten (3), Schweikardt (2/1), Schimmelbauer (1), Späth (1), Röthlisberger (1)
Tore für Erlangen: von Gruchalla (7/6), Link (4) Kellner (4), Bissel (3), Schröder (2), Overby (2), Murawski (2), Schäffer (2), Haaß (1), Poser (1)
Zuschauer: 2251

msc

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