Verband wird für den amtierenden FIFA-Präsidenten stimmen

DFB unterstützt Wiederwahl von FIFA-Boss Infantino

Dr. Rainer Koch, Gianni Infantino und Dr. Reinhard Rauball.

Die beiden DFB-Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch (l.) und Dr. Reinhard Rauball am Rande des Pokalfinals mit FIFA-Präsident Gianni Infantino (Mi.). Getty Images

Wie der DFB schrieb, habe sich das Präsidium einstimmig dafür ausgesprochen, "den amtierenden FIFA-Präsidenten Gianni Infantino bei seiner angestrebten Wiederwahl auf dem 69. FIFA-Kongress in Paris zu unterstützen". Der DFB hatte sich sein Wahlverhalten lange Zeit offen gelassen, was zuletzt zu Spekulationen um eine mögliche Enthaltung des größten Verbands innerhalb der UEFA geführt hatte.

"Das Präsidium des DFB unterstreicht die Notwendigkeit, sowohl mit der Europäischen Fußball-Union UEFA als auch mit dem Fußball-Weltverband FIFA in einem konstruktiven Dialog zu stehen", hieß es in einer Pressemitteilung. "Dabei sieht es der DFB als Bestandteil eines guten und offenen Miteinanders an, wenn nötig auch kritische Standpunkte zu vertreten."

Zuletzt hatten die beschlossene Erhöhung der WM-Teilnehmerzahl ab 2026, die geplante Ausweitung der FIFA-Klub-WM ab 2021 sowie die Diskussionen um neue Vermarktungsstrategien durchaus für Spannungen zwischen der FIFA auf der einen und dem DFB sowie anderen europäischen Verbänden auf der anderen Seite gesorgt. Doch zu einem möglichen Denkzettel konnten sich die UEFA-Mitglieder nicht durchringen. Laut DFB "hatten bereits 44 europäische Nationalverbände Infantino schriftlich zur Wiederwahl" vorgeschlagen. Nun wird auch der DFB, dessen Rolle durch den Rücktritt von Ex-Präsident Reinhard Grindel ohnehin geschwächt ist, für Infantino stimmen. In Paris wird der DFB durch die beiden Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch und Dr. Reinhard Rauball sowie Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius vertreten.

Damit dürfte die Wiederwahl Infantinos aller Voraussicht nach reibungslos über die Bühne gehen. Denn außerhalb Europas steht der 49-jährige FIFA-Boss außerhalb der Kritik, vielmehr kann er sich der breiten Unterstützung aus Südamerika, Afrika und Asien sicher sein. Erwartet wird deshalb, dass am Mittwoch in der Pariser Messehalle die Wiederwahl per Akklamation stattfinden wird, einen Gegenkandidaten zu Infantino gibt es schließlich nicht. Ein entsprechender Antrag soll auf der Tagesordnung stehen.

Infantino war von 2009 bis 2016 Generalsekretär der UEFA, im Februar 2016 wurde er als Nachfolger von Sepp Blatter zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt.

jer