Nach erfolgreichem Giro d'Italia

Furioser Ackermann: Tour-Debüt 2020?

Pascal Ackermann

Umrahmt von seinen Helfern: Pascal Ackermann strahlt über beide Ohren. imago

Teamchef Ralph Denk vom deutschen Radrennstall Bora-hansgrohe hat Ackermann für 2020 die Premiere bei der Tour de France in Aussicht gestellt. "Pascal hat bei uns einen Vertrag bis 2021, ich bin sicher, dass er bis dahin sein Tour-Debüt geben wird, vielleicht schon nächstes Jahr", sagte Denk dem SID.

Ackermann (25/Kandel) hatte bei seiner ersten großen Landesrundfahrt imponierend abgeschnitten und sie am vergangenen Sonntag in Verona mit zwei Etappensiegen und dem Gewinn der Wertung des Punktbesten abgeschlossen. "Das ist ein schöner Erfolg, wir sind sehr happy darüber", sagte Denk und lobte das Durchhaltevermögen des Pfälzers: "Es hat auch über die Berge sehr gut funktioniert, man sieht, dass er einen großen Motor hat."

Ackermanns schlimmster Moment

Ackermann startete traumhaft, gewann in Fucecchio gleich die zweite Etappe und kurz darauf in Terracina im strömenden Regen auch den fünften Abschnitt. Danach beschlossen er und sein Team, die Jagd auf das Maglia Ciclamino mit aller Konsequenz zu betreiben. Das funktionierte bis zu dem Hochgeschwindigkeitssturz im Finale der zehnten Etappe ("mein schlimmster Moment") planmäßig, dann wurde Ackermanns Leidensfähigkeit bis an die Grenze des Machbaren geprüft.

Auf dem Weg nach Antholz in den Südtiroler Bergen wäre Ackermann am liebsten vom Rad gestiegen. "Das war mein schlechtester Tag. Aber sie haben mich direkt zusammengeschrieen und angetrieben", berichtete der Blondschopf mit der eigentlich unerschütterlichen guten Laune. Sie, das waren vor allem seine treuen Helfer und Freunde Rüdiger Selig (Zwenkau) und Michael Schwarzmann (Kempten), die durch ihre Arbeit nicht nur die Siege ermöglichten, sondern Ackermann auch beistanden, als die mentale Kraft erlahmte.

Daher war es regelrecht befreiend, als Ackermann am vergangenen Samstag ("mein schönster Moment") auch die letzten Dolomitenriesen bezwungen hatte. Dass er als erster Deutscher das Maglia Ciclamino mit nach Hause nahm, registrierte Ackermann dagegen eher achselzuckend. Auch ohne diese besondere Marke "wäre es das gleiche tolle Gefühl".

Interessenskonflikt mit Top-Star Sagan?

Einen heraufziehenden Interessenkonflikt mit dem slowakischen Top-Star Peter Sagan bei Bora erkennt Denk nicht zwingend. "Peter hat dieses Jahr zwei Rennen gewonnen, er geht auf die 30 zu und ist nicht mehr der Endschnellste. Ich kann mir vorstellen, dass er sich in Zukunft auf mittelschwere Etappen oder Klassiker konzentriert", sagte Denk. In diesem Jahr allerdings strebt der dreimalige Weltmeister Sagan bei der Tour zum siebten Mal in seiner Laufbahn nach dem siebten Grünen Trikot des Punktbesten - es wäre ein Rekord.

Ackermann setzt die Saison in gut zwei Wochen bei der Slowenien-Rundfahrt (19. bis 23. Juni) fort, danach verteidigt er seinen Meistertitel im Straßenrennen am Sachsenring (30. Juni). Eine Teilnahme an der Vuelta in Spanien ist ebenfalls nicht vorgesehen, wie Denk erklärte, vielmehr sind Starts bei den Hamburg Cyclassics (25. August) und der Deutschland Tour (29. August bis 1. September) geplant. "Er soll sich dem deutschen Publikum präsentieren", sagte Denk.

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