Spiel 4: Chara von Puck im Gesicht getroffen

O'Reillys Doppelpack sorgt für den Serienausgleich

Ryan O'Reilly

Doppeltorschütze im vierten Finale: Ryan O'Reilly (li.) überwindet Tuukka Rask gleich zweimal. Getty Images

Während Coach Bruce Cassidy auf Seiten der Bruins exakt dasselbe Aufgebot wie in Spiel drei in die Partie schickte, stellte sein Pendant auf Blues-Seite, Craig Berube, zweimal um: Erstmals nach sechs Spielen Verletzungspause rückte Offensivverteidiger Vince Dunn wieder ins Team und verdrängte Roberto Bortuzzo auf die Tribüne. Zudem war Oskar Sundqvist nach seiner Sperre für eine Partie wieder spielberechtigt. Robby Fabbri rutschte aus dem Team, Curtis Sanford rückte in Sturmformation zwei, während Samuel Blais gemeinsam mit Tyler Bozak und Patrick Maroon auflief.

Berubes Umstellungen fruchten sofort

Es dauerte nicht einmal eine Minute, bis sich gleich zwei von Berubes Umstellungen prompt lohnten: Dunn schlenzte den Puck von der blauen Linie vor das Tor, wo Sanford die Scheibe abfälschte. Zwar parierte Bruins-Keeper Tuukka Rask mit dem Schoner, doch das Spielgerät kam zu O'Reilly hinter dem Bostoner Gehäuse, der so per Bauerntrick zum 1:0 treffen konnte. Gerade einmal 43 Sekunden waren gespielt.

NHL Stanley Cup - Play-offs - Finale - Best of 7
Finale - Best of 7
Vereinsdaten Boston Bruins

Anschrift Boston Bruins
TD Banknorth Garden
100 Legends Way
Boston, Massachusetts, USA 02114

Internetwww.bostonbruins.com/

Vereinsinfo
Vereinsdaten St. Louis Blues

Anschrift St. Louis Blues
Savvis Center
1401 Clark Avenue
St. Louis, Missouri, USA 63103

Internetwww.stlouisblues.com/

Vereinsinfo

In der Folge des ersten Drittels drückten die Hausherren dem Spiel den Stempel mit viel Tempo, Zug zum Tor und erneut auch einigen krachenden Checks auf. Die Bruins taten sich schwer, bewiesen jedoch erneut große Effizienz. In der 14. Minute gelang Charlie Coyle der Ausgleich, nachdem Blues-Keeper Jordan Binnington den ersten Versuch per Schlenzer von Chara noch hatte abwehren können. St. Louis‘ Antwort ließ jedoch nur etwas mehr als zwei Minuten auf sich warten. Blues-Kapitän Alex Pietrangelo zwang Rask mit einem verzögerten Schuss zu einem Abpraller - und Vladimir Tarasenko staubte in den Torwinkel ab (16.).

Blues drängen, doch Carlo trifft per Shorthander

Nach einem Auftaktdrittel ohne Strafzeiten kamen im Mittelabschnitt erstmals auf beiden Seiten auch die Special Teams zum Einsatz, die nicht nur, aber gerade auch in Spiel drei der entscheidende Faktor zugunsten Bostons gewesen waren. Nach je einem Powerplay ohne Erfolg auf beiden Seiten, schnürten die Blues Boston mehrere Minuten lang bei Fünf-gegen-Fünf in die eigene Zone ein, konnten allerdings daraus kein Kapital schlagen.

NHL Saison 2018/19

Im Gegenteil: Denn in ihrem zweiten Überzahlspiel waren es plötzlich die Bruins, die nach einem Konter über Brad Marchand und Patrice Bergeron in Person des aufgerückten Defensivverteidiger Brandon Carlo den erneuten Ausgleich erzielte. Binnington, der Bergerons Schuss zur Seite prallen gelassen hatte, kam um Zentimeter zu spät (35.). Für Bergeron war es Scorerpunkt 103 in den Play-offs, der damit in Bostons Franchise-Geschichte als alleinige Nummer zwei hinter Verteidiger-Legende Ray Bourque (161) rückte. Letztlich ging es zum dritten Mal im vierten Finalspiel mit dem Stand von 2:2 in die zweite Drittelpause.

Chara verletzt - O'Reilly entscheidet

Im letzten Drittel musste Boston ohne Kapitän Chara auskommen, der schon während des zweiten Abschnitts nach einem von seinem eigenen Schläger ins Gesicht abgefälschten Pucktreffer blutend in der Kabine verschwand. Zwar kehrte der Slowake zum Schlussabschnitt mit einem Vollvisier auf die Bank zurück, erhielt - offenkundig zu stark angeschlagen - jedoch keine Eiszeit mehr.

Ob es an Charas Fehlen lag? In jeden Fall gelang es St. Louis im Schlussabschnitt wieder besser, die Bruins mit höchstem Einsatz und harten Checks aus dem Konzept zu bringen. Die Vorentscheidung fiel schließlich in der 51. Minute und auf ähnliche Weise wie schon Blues-Tor Nummer zwei: Pietrangelo schoss von rechts und diesmal war es O'Reilly, der mit seinem zweiten Treffer des Abends per Abstauber das 3:2 erzielte. Als Rask das Tor zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte, gelang Brayden Schenn 89 Sekunden vor Schluss noch das 4:2.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (2 Uhr MESZ) geht es zu Spiel fünf wieder zurück nach Boston. In der Nacht auf Sonntag findet Spiel sechs erneut in St. Louis statt.

Statistik zum Spiel

St. Louis Blues - Boston Bruins 4:2 (2:1, 0:1, 2:0)

St. Louis: Binnington - Dunn, Pietrangelo; Bouwmeester, Parayko; Gunnarsson, Edmundson - Schwartz, Schenn, Tarasenko; Sanford, O'Reilly, Perron; Barbashev, Sundqvist, Steen; Blais, Bozak, Maroon
Boston: Rask - Chara, McAvoy; Krug, Carlo; Moore, Clifton - Marchand, Bergeron, Pastrnak; DeBrusk, Krejci, Backes; Johansson, Coyle, Heinen; Nordström, Kuraly, Acciari
Tore: 1:0 (0:43) O'Reilly, 1:1 (13:14) Coyle, 2:1 (15:30) Tarasenko, 2:2 (34:19) Carlo, 3:2 (50:38) O'Reilly, 4:2 (58:31) Schenn
Strafminuten: St. Louis 6 - Boston 8

Joachim Meyer

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