Gladbach: Geschäftsführer über einen Star-Import aus China

Schippers: "Einen Marketing-Gag wird es bei uns nicht geben"

Positives Fazit nach der China-Tour: Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers.

Positives Fazit nach der China-Tour: Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers. picture alliance

Die Borussen waren nach Saisonende mit einem 60-köpfigen Tross, darunter die Lizenzspieler, ins Reich der Mitte aufgebrochen. Im Rahmen der einwöchigen Tour stand neben Marketing-, Sponsoren- und Medienterminen ein Freundschaftsspiel beim chinesischen Erstligisten Guangzhou RF auf dem Programm, das die Borussia 4:0 gewann. In Schanghai besuchten die Profis unter anderem das im Oktober eröffnete Büro des Klubs. Auf ihren Stationen wurde der Mannschaft stets ein überwältigender Empfang bereitet.

Das große Interesse der Chinesen an der Fohlenelf sei auch an den Zuwächsen auf den einzelnen Social Media-Plattformen abzulesen, freut sich Schippers: "Alleine bei Sina Weibo haben wir in der Woche des Team-Aufenthalts 50 000 Follower hinzugewonnen." Seine Einschätzung: "Präsenz bringt also etwas. Es ist ein langer Weg, um in China erfolgreich zu sein. Aber er lohnt sich für einen deutschen Klub. Natürlich wollen wir mittelfristig mit diesem Engagement Geld verdienen. Aber das wird nur über den Weg der Nachhaltigkeit funktionieren."

Millioneneinnahmen, wie sie die Top-Klubs auf ihren Freundschaftsspielreisen in Fernost generieren können - so weit sei die Borussia nicht, betont der Finanzfachmann. "In dieser Position sehe ich in Deutschland nur unseren Branchenprimus FC Bayern mit seinen vielen Top-Stars, vielleicht auch noch Borussia Dortmund, für uns ist das aber nicht realistisch", sagt Schippers. Auch stellt er klar, dass ein Spieler aus China nicht rein aus Werbezwecken verpflichtet werden würde. "Einen Marketing-Gag wird es bei uns nicht geben", so Schippers. "Borussia wird nur aus sportlichen Gesichtspunkten Spieler auswählen."

Jan Lustig

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