Stuttgart: Abschied der Klub-Ikone nach fast 20 Jahren

"Umfassender Neuanfang": Kein Vertrag für Kapitän Gentner

Christian Gentner

In Zukunft nicht mehr im VfB-Dress unterwegs: Christian Gentner. imago images

Damit endet die aktive Zeit Gentners nach fast 20 Jahren beim VfB. Der 1985 in Nürtingen geborene Gentner schloss sich bereits im Jahr 1999 als 14-Jähriger dem VfB an, dem er bis auf ein Gastspiel beim VfL Wolfsburg (2007 bis 2010) stets treu blieb. Insgesamt absolvierte er für den VfB 278 Bundesligaspiele, damit liegt er in der VfB-Historie auf Rang acht der Spieler mit den meisten Bundesligaeinsätzen. In der Aufstiegssaison 2016/17 bestritt er zudem alle 34 Partien im Unterhaus.

Gentner strebt noch ein Jahr als Profi an

Der Abschied Gentners, der gerne noch ein Jahr als Profi absolvieren möchte und ablösefrei nun gute Karten auf eine Anstellung in der Bundesliga oder im Ausland haben dürfte, deutete sich bereits seit Monaten an. Im März gab es Gespräche mit der sportlichen Leitung, in denen Gentner seinen Wunsch hinterlegt hatte, noch eine Saison als Spieler absolvieren zu wollen.

Am 5. Mai erklärte Hitzlsperger im SWR: "Wer zeigen kann, dass er für den VfB auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen kann, soll nach vorne gehen und es uns zeigen." Auf die Nachfrage, ob für Gentner auch gelte, dass er es beweisen muss, antwortete der Sportvorstand: "Ja, es ist leider so. Wir können keine Rücksicht darauf nehmen, wie lange jemand im Verein war. Ich weiß das sehr zu schätzen, Christian hat für den Verein sehr viel gemacht. Ich möchte, dass er dem Verein erhalten bleibt. Ob er aber nächstes Jahr bei uns auf dem Platz stehen wird, diese Entscheidung ist noch nicht getroffen. Da muss er sich in Geduld üben."

Eine Ära beim VfB endet unschön - Gentner schweigt

Dies stieß dem Kapitän sauer auf, der eine Woche später schimpfte: "Es gibt ein paar Dinge, die mir nicht passen, die mir auf den Sack gehen, die ich mir anders vorgestellt hätte." Nun endet eine Ära beim VfB unschön - nicht alleine aufgrund des Abstiegs. Während es von Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat warme Abschiedsworte gab, kam Gentner selbst in der Pressemitteilung nicht mehr zu Wort.

Mislintat begründet die Entscheidung

"Wir sind davon überzeugt, dass nach dem erneuten Abstieg in die 2. Bundesliga ein umfassender Neuanfang notwendig ist. Deshalb haben wir letztlich entschieden, Schlüsselpositionen innerhalb des Kaders neu zu besetzen und mit einer neuformierten Mannschaft die Herausforderungen der neuen Saison anzugehen", begründet Mislintat die sicherlich nicht einfache Entscheidung des Vereins gegen seinen langjährigen Leader.

Hitzlsperger macht die Tür auf

Dennoch ist eine Zukunft am Neckar weiter möglich - nur eben in anderer Position und nicht mehr auf dem Platz. "Wir können uns sehr gut vorstellen, ihn nach seiner aktiven Karriere in die Arbeit beim VfB einzubinden und haben ihm in diesem Zusammenhang verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt", erklärt Hitzlsperger. "Christian weiß, dass er jederzeit herzlich willkommen ist beim VfB. Und natürlich werden wir ihn im Rahmen eines Heimspiels in der Mercedes-Benz Arena würdig verabschieden."

Benni Hofmann/jer/tru

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