Rudern: Auch das Achter-Team siegt bei EM in Luzern

"Vollkommen im Tunnel": Zeidler holt Gold im Einer

Europameister von Luzern: Oliver Zeidler. picture alliance

Der 22 Jahre alte Ingolstädter Zeidler, der bis vor zwei Jahren noch Leistungsschwimmer war, verwies am Sonntag im Finale der kontinentalen Titelkämpfe auf dem Rotsee die Konkurrenten Stef Broenink aus den Niederlanden und den Weißrussen Pilip Pavukou auf die Plätze zwei und drei. Damit geht er als Mitfavorit in die WM Ende August im österreichischen Ottensheim.

"Auf den letzten 250 Metern habe ich gesagt: jetzt oder nie. Da habe ich die Schläge runtergezählt und war vollkommen im Tunnel", kommentierte Zeidler seinen imposanten Schlussspurt, den er mit einem Vorsprung von einer Luftkastenlänge knapp für sich entschied. "Dieser EM-Titel ist etwas Besonderes. Vor 50 Jahren hat mein Opa hier die Rotsee-Regatta gewonnen. Die Medaille hat er mir geschenkt", sagte Zeidler. Letzter deutscher EM-Titelträger im Skiff war Peter-Michael Kolbe, der vor 46 Jahren in Moskau triumphiert hatte.

Und auch der Deutschland-Achter war erfolgreich: Zwei Tage nach dem souveränen Vorlaufsieg sicherte sich das Team um den Schweriner Schlagmann Hannes Ocik am Sonntag um 14.58 Uhr den siebten EM-Erfolg nacheinander. Sie verwiesen die Hauptkonkurrenten Großbritannien und Niederlande auf dem Rotsee mit einer halben Bootslänge auf die Silber- und Bronzeränge. Hoffnung auf weitere Medaillen beruhen nun auf dem Frauen-Doppelvierer und dem Frauen-Doppelzweier. Insgesamt sind sieben DRV-Boote in den Endläufen der 14 olympischen Klassen dabei.

Rudern, Europameisterschaft in Luzern/Schweiz

Männer, Einer

1. Oliver Zeidler (Ingolstadt) 6:47,32 Min.; 2. Stefan Broenink (Niederlande) +0,19 Sek.; 3. Philip Pawukou (Weißrussland) +0,40; 4. Sverri Nielsen (Dänemark) +0,74; 5. Damir Martin (Kroatien) +8,27; 6. Ondrej Synek (Tschechien) +23,96

Männer, Lgw. Doppelzweier

1. Jonathan Rommelmann/Jason Osborne (Krefeld/Mainz) 6:12,58 Min.; 2. Stefano Oppo/Pietro Ruta (Italien) +1,37 Sek.; 3. Tim Brys/Niels Van Zandweghe (Belgien) +2,93; 4. Manel Balastegui/Rodrigo Conde Romero (Spanien) +5,84; 5. Jacob McCarthy/Fintan McCarthy (Irland) +6,49; 6. Emil Espensen/Alexander Modest (Dänemark) +6,62

Männer, Vierer ohne Steuermann

1. Großbritannien (Oliver Cook, Matthew Rossiter, Rory Gibbs, Sholto Carnegie) 5:51,01 Min.; 2. Polen (Mikolaj Burda, Mateusz Wilangowski, Marcin Brzezinski, Michal Szpakowski) +2,89 Sek.; 3. Deutschland (Felix Brummel/Münster, Felix Wimberger/Passau, Maximilian Planer/Dortmund, Nico Merget/Frankfurt/M.) +5,07; 4. Ukraine +6,42; 5. Italien +8,32; 6. Weißrussland +11,35

Männer, Achter mit Steuermann

1. Deutschland (Johannes Weißenfeld/Herdecke, Laurits Follert/Krefeld, Jakob Schneider/Essen, Torben Johannesen/Hamburg, Christopher Reinhardt/Dorsten, Malte Jakschik/Castrop-Rauxel, Richard Schmidt/Trier, Hannes Ocik/Schwerin, Martin Sauer/Berlin) 5:25,68 Min.; 2. Großbritannien (Thomas Ford, James Rudkin, Thomas George, Mohamed Sbihi, Jacob Dawson, Oliver Wynne-Griffith, Matthew Tarrant, Josh Bugajski, Henry Fieldman) +0,87 Sek.; 3. Niederlande (Vincent Van Der Want, Boudewijn Roell, Jasper Tissen, Ruben Knab, Mechiel Versluis, Bram Schwarz, Bjorn van den Ende, Robert Luecken, Aranka Kops) +2,29; 4. Rumänien +6,09; 5. Russland +9,58; 6. Italien +18,69

dpa/kon