Nach Fünf-Satz-Krimi wartet nun Djokovic

Struff ringt Coric nieder und feiert Grand-Slam-Premiere

Jan-Lennard Struff

Jubelpose: Jan-Lennard Struff freut über seinen hart erkämpftes Weiterkommen. Getty Images

Struff rang Coric nach einer großartigen Energieleistung mit 4:6, 6:1, 4:6, 7:6 (7:1), 11:9 nieder und sank nach fast viereinhalb Stunden erschöpft aber jubelnd mit den Knien auf den Sand. Mit "Oh, wie ist das schön"-Gesängen und "Struff, Struff, Struff"-Sprechchören sorgten zahlreiche deutsche Fans im Stadion für Gänsehautstimmung.

Schon im Match war der 29-jährige Deutsche auf dem etwas abseits gelegenen Platz 14 immer wieder von "Struffi, Struffi"-Rufen angefeuert worden und demonstrierte seine aktuell starke Form auf Sand sowie sein unerschütterliches Selbstvertrauen. Trotz 1:2-Satz-Rückstand kämpfte sich Struff im vierten Satz bis in den Tiebreak, in dem er die ersten sechs Punkte allesamt gewann und schließlich souverän mit 7:1 für Satz fünf sorgte.

Spannender Fight in Satz fünf

Vor allem im fünften Satz boten die beiden Kontrahenten dann ein mitreißendes Spektakel. Als Struff das Re-Break zum 7:7 gelang, animierte der ansonsten eher stille Sauerländer die Zuschauer mit schwenkenden Armbewegungen zu mehr Unterstützung und noch mehr Stimmung. Beim Stand von 8:7 und 30:30 und 9:8 und 40:40 war er jeweils nur einen Punkt vom Matchball entfernt, doch wieder brachte Coric sein Aufschlagsspiel durch. Der 22-Jährige hatte sich zwischendurch am Rücken behandeln lassen, auf dem Platz ließ er sich dies allerdings kaum anmerken. Erst nach vier Stunden und 22 Minuten landete eine Rückhand Struffs für Coric unerreichbar im Feld, der damit zugleich erstmalig den Einzug unter die besten 32 eines Grand-Slam-Turniers schaffte.

Im Achtelfinale wartet auf Struff nun kein Geringerer als der Weltranglisten Novak Djokovic. Der Serbe hatte ebenfalls am Nachmittag den italienischen Qualifikanten Salvatore Caruso glatt mit 6:3, 6:3, 6:2 besiegt.

jom/dpa