Liverpool: Robertson und Alexander-Arnold kündigen Attacke an

"Wir wollen ihre Außen ruhigstellen"

Andrew Robertson und Trent Alexander-Arnold (re.)

Auf der großen Bühne in Madrid: Andrew Robertson und Trent Alexander-Arnold (re.). Getty Images

Vom Champions-League-Finale in Madrid berichtet Jörg Jakob

Die ersten Gewinner des finalen Champions-League-Wochenendes 2019 stehen fest - es sind die Dolmetscherin und ihr Kollege, die Liverpools Pressekonferenz vor dem Abschlusstraining simultan ins Spanische übersetzen. Sie meistern diese gewiss nicht alltägliche Herausforderung hochkonzentriert. Der schottische Akzent aus einem Glasgower Hochhausviertel (von Andrew Robertson) und der Scouse-Dialekt aus West Derby nahe Liverpools Trainingszentrum Melwood (Trent Alexander-Arnold) bedeuten harte Arbeit.

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Erleichtert freilich wird sie, weil es auf jede Frage zwei Antworten gibt. Eine von "Robbo" und eine von "TAA", ohne dass sich ihre Statements inhaltlich groß unterscheiden.

So erfährt die Medienmenge, die des Angelsächsischen mit gälischem Anstrich nicht mächtig ist, dass die Hitze von mehr als 30 Grad natürlich eine besondere Beanspruchung darstellt, "auf die sich aber ja beide Teams einstellen müssen". Und wirklich ungewohnt ist das nicht, schließlich bereitet sich das Team aus Englands Nordwesten öfter in der Sonne vor, "wir waren ja gerade erst in Marbella".

"Fight bis zum Ende"

In der Hitze von Madrid verbindet die Finalisten zudem "eine hohe Qualität", es wird "einen Fight bis zum Ende" geben. "Wer gewinnt, verdient den Sieg."

Doch es sind nicht nur belanglose Höflichkeiten, die da vom Podium gesendet werden, es gibt auch klare Ansagen vom Links- und vom Rechtsverteidiger. Robertson (25), Schottlands Nationalmannschaftskapitän, stellt klar, nachdem er auf Liverpools drei jüngst verlorene Endspiele angesprochen worden ist: "Wenn du dich zu sehr mit den Niederlagen der Vergangenheit beschäftigst, bleibst du in Schwierigkeiten stecken. Wir können das sowieso nicht mehr ändern. Abgesehen davon, dass wir beide 2016 noch gar nicht dabei waren. Nach dem 1:3 gegen Real Madrid vor einem Jahr haben wir uns mit einem verstärkten Kader einer neuen Herausforderung gestellt." Und weiter an Erfahrung gewonnen, wie ihr Trainer Jürgen Klopp wenig später in seiner PK noch einmal betonen wird: "Letztes Jahr war nicht das Ende, vielmehr ein Startpunkt. Trent zum Beispiel hat jetzt 50 Spiele mehr in den Beinen. Das ist schon ein bedeutender Unterschied für einen 20-Jährigen."

Robertson und TAA: Starke Zahlen!

Die Assists von Robertson (11) und Alexander-Arnold (13) sind die herausragenden Werte der gerade beendeten Premier-League-Saison. Den von TAA verblüffend schnell ausgeführten Eckstoß, der im Königsklassen-Halbfinale gegen den FC Barcelona zum entscheidenden 4:0 durch Divock Origi führte, wird die Fußballwelt in den Vorberichten der nächsten Stunden immer wieder sehen. Wie Robertson früh und so respekt- wie kompromisslos Lionel Messi in dieser Partie anging, war wegweisend für die schon legendäre Aufholjagd.

Auf dem Weg nach Madrid bereitete Robertson (11 Einsätze) drei Treffer vor, Trent-Alexander (10 Einsätze) vier, somit so viele wie kein anderer Profi der Reds. Ihr Eigengewächs hat in der Königsklasse dieses Spieljahres auch insgesamt die meisten Flanken geschlagen (66) und die meisten Pässe in den Strafraum gespielt (93).

Der Gegner kommt mit Son und Alli

Wird dieses angriffslustige Verteidiger-Duo im Finale gegen den bestens bekannten Liga-Konkurrenten Tottenham, der gefährliche Flügelspieler wie Heung-Min Son, Christian Eriksen oder Dele Alli in seinen Reihen weiß, verhaltener agieren? "Bei allem Respekt für den Gegner", sagen sie unisono, "werden wir unseren Stil nicht wesentlich verändern", so Robertson. Heißt: "Wir wollen ihre Außen ruhigstellen und selbst attackieren."

Der stets leidenschaftlich agierende "Braveheart" und der als "Local Hero" bei den einheimischen LFC-Fans besonders beliebte Alexander-Arnold haben sich die ersten Videos von in Madrid feiernden Reds, die bereits in den sozialen Netzwerken zu sehen sind, noch nicht angeschaut. Dafür sei in der unmittelbaren Vorbereitung auf das Endspiel keine Zeit, es bedeute auch zu viel Ablenkung. Alexander-Arnold (20), der schon als Kind in den Klub kam und den Jürgen Klopp schließlich zum englischen Nationalspieler formte, weiß auch so: "Was unsere Fans im letzten Jahr und in dieser Saison schon wieder leisten, ist einzigartig."

Somit gelte es nun, für das Happy End einer starken Saison zu sorgen. Um dem Trainer Klopp endlich die verdiente Trophäe zu besorgen? "Wir wollen es für alle schaffen, die Assistenten, jeden Einzelnen, der in Melwood arbeitet. Natürlich auch für den Manager, der an der Spitze des Ganzen steht", antwortet Robertson.