St. Louis feiert historischen ersten Finalsieg im 14. Anlauf

Nach umkämpftem Spiel zwei: Blues gleichen aus

Joel Edmundson (li.) und Carl Gunnarsson von den St. Louis Blues.

Jubel über den ersten Sieg und den Ausgleich der Finalserie: Joel Edmundson (li.) und Carl Gunnarsson von den St. Louis Blues. Getty Images

Auf beiden Seiten gab es nur eine personelle Umstellung: Bei den Gästen ersetzte Robby Fabbri (23) in der dritten Angriffslinie den angeschlagenen Robert Thomas (19).

Anders als im Spiel eins gingen die Bruins in Führung: Nach Pass von Jake DeBrusk traf Charlie Coyle per Direktabnahme flach an Jordan Binnington vorbei zum frühen 1:0 (5.). Doch St. Louis fand schnell eine Antwort: Abwehrspieler Robert Bortuzzo überwand Tuukka Rask mit einem verdeckten Schuss aus recht spitzem Winkel - weil Bruins-Abwehrspieler Matt Grzelcyk den Puck noch entscheidend abfälschte (10.). Exakt 40 Sekunden später lagen die Gäste jedoch bereits wieder zurück: Bostons vierte Sturmformation, die schon in Spiel eins den Unterschied ausgemacht hatte, erkämpfte sich nach Scheibenverlust von David Perron eine Torchance. Und der Schwede Joakim Nordström verwandelte eiskalt flach mit der Rückand an Keeper Binnington vorbei zum 2:1 für die Hausherren (11.).

NHL Stanley Cup - Play-offs - Finale - Best of 7
Finale - Best of 7

Doch die Blues fanden erneut eine Antwort. Noch im ersten Drittel traf Vladimir Tarasenko nach einem Abpraller mit seinem eigenen Nachschuss mit der Rückhand unter die Querlatte zum 2:2 (15.). Den ersten Versuch des Russen hatte Rask noch abwehren können.

Pietrangelo clever, Gunnarsson ungewohnt

Anders als in Spiel eins, als Boston insbesondere im zweiten Drittel eindeutig dominiert hatte, war St. Louis im weiteren Spielverlauf besser im Spiel. Trotz eines Schussverhältnisses von 37:23 zugunsten der Blues fielen jedoch zunächst keine weiteren Treffer, sodass die Partie in die Overtime ging. Bei angezeigter Strafe gegen die Bruins gelang mit Carl Gunnarsson schließlich erneut einem Verteidiger der Blues der Siegtreffer. Seine Direktabnahme eines Passes von Ryan O'Reilly überwand Rask im linken oberen Toreck; nicht zuletzt, weil Blues-Kapitän Alex Pietrangelo - ebenfalls nominell Verteidiger - Rask in der Schussbahn noch entscheidend die Sicht nahm (64.). Gunnarsson hatte zuvor spät im dritten Drittel nur den Pfosten getroffen.

Damit klaute St. Louis den Bruins zunächst das Heimrecht in der Serie, die in der Nacht auf Sonntag (2 Uhr MESZ) nun im US-Bundesstaat Missouri mit zwei Spielen mit Heimrecht für die Blues fortgesetzt wird.

Blues: Finalsieg Nummer eins nach 13 Niederlagen

Kurios: Im 14. Finalspiel um den Stanley Cup gelang St. Louis damit nach 13 Niederlagen der erste Sieg. Die Blues hatten in den ersten drei Jahren nach Beitritt der Franchise in die NHL im Jahr 1967 gleich dreimal in Folge das Finale erreicht, verloren jedoch in zwei Finalserien gegen die Montreal Canadiens (1968, 1969) ebenso ohne einen eigenen Erfolg mit 0:4 wie 1970 gegen Boston. In der aktuellen Finalserie 2019 hatten die Bruins Spiel eins mit 4:2 für sich entschieden.

Statistik zum Spiel:

Boston Bruins - St. Louis Blues 2:3 OT (2:2, 0:0, 0:0, 0:1)

Boston: Rask - Chara, McAvoy; Krug, Carlo; Grzelcyk, Clifton - Marchand, Bergeron, Pastrnak; DeBrusk, Krejci, Backes; Johansson, Coyle, Heinen; Nordström, Kuraly, Acciari
St. Louis: Binnington - Gunnarsson, Pietrangelo; Bouwmeester, Parayko; Edmundson, Bertuzzo - Schwartz, Schenn, Tarasenko; Blais, O'Reilly, Perron; Maroon, Bozak, Fabbri; Barbashev, Sundqvist, Steen
Tore: 1:0 (4:44) Coyle, 1:1 (9:37) Bortuzzo, 2:1 (10:17) Nordström, 2:2 (14:55) Tarasenko, 2:3 (63:51) Gunnarsson
Strafminuten: Boston 6 - St. Louis 10

jom