Kommentar

200 Millionen Euro für Spielerberater: Der Gesetzgeber ist gefordert!

Die Spielerberaterhonorare, die die 18 Bundesligisten 2017/18 zahlten, summierten sich auf fast 200 Millionen Euro.

Die Spielerberaterhonorare, die die 18 Bundesligisten 2017/18 zahlten, summierten sich auf fast 200 Millionen Euro. imago images

Erstmals in der Geschichte des Deutschen Profifußball hat die DFL unter dem Titel "Zusätzliche Transparenz" die Finanzkennzahlen der Vereine veröffentlicht. Eine gute Entscheidung, die dem jahrzehntelangen "Versteckspiel" vieler Klubs ein Ende bereitet.

Die wahnwitzige Summe der Zahlungen an Berater muss eingeordnet werden. 200 Millionen Euro für Vermittlertätigkeiten - das ist mehr Geld, als mit Ausnahme von Bayern München, Borussia Dortmund, Schalke 04, Bayer Leverkusen, RB Leipzig und VfL Wolfsburg insgesamt 30 Profivereine nicht annähernd an Gesamtumsatz in einer Saison erzielen!

Und die gigantischen über 40 Millionen Euro, die Dortmund an Berater bezahlt hat, sind höher als die gesamten Personalkosten der Ligakonkurrenten FC Augsburg, Fortuna Düsseldorf, SC Freiburg - ganz zu schweigen von den Bundesligaaufsteigern Union Berlin und SC Paderborn.

Seit Jahren kämpfen Verbände und Vereine gegen die Explosion der Beraterhonorare an. Vergeblich. Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte und andere Berufsgruppen haben sich an Gebührenordnungen zu halten. Im Fußball aber herrschen in diesem speziellen Metier Wildwest-Methoden, kassieren Berater in Einzelfällen mehr als die von ihnen "betreuten" Sportler und leben die Branchengrößen unter ihnen in Saus und Braus.

Der Gesetzgeber ist gefordert, dem Irrsinn bei den Beratergagen ein Ende zu bereiten. Eine Gebührenordnung haben Verbände, Vereine, Spielergewerkschaft und Beraterorganisationen nicht auf den Weg gebracht. Sie ist dringend erforderlich.

kicker-Chefredakteur Rainer Franzke

kicker-Chefredakteur Rainer Franzke

Wie eigentlich will der Fußball noch argumentieren, wenn es zum Beispiel um die Beteiligung an Polizeieinsätzen bei Risikospielen geht, wenn die Klubs Beratern Millionen nachwerfen? Bei den Polizeikosten geht es in der aktuellen Diskussion um 20 Millionen - eben nur zehn Prozent von den an Berater gezahlten Beträgen.

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