Das "Vielleicht" im Fall Timo Werner

Mintzlaffs Ringen mit Rangnick: Ist Leipzig genug?

RB-Gechäftsführer Oliver Mintzlaff und Leipzigs Trainer Ralf Rangnick.

Beraten eine neue Aufgabenverteilung: RB-Gechäftsführer Oliver Mintzlaff und Leipzigs Trainer Ralf Rangnick. imago images

Es geht um Ralf Rangnick und Timo Werner, den diesjährigen Trainer und den wohl begehrtesten Spieler im Leipziger Portfolio. Wegweisendes steht an, auch wenn Mintzlaff sagt, dass "wir keine großen Baustellen in dem Sinne haben, dass wir den großen Bagger brauchen".

Der Fall Werner, der vom FC Bayern umworben wird und der sich einen Wechsel nach München gut vorstellen kann, ist nach wie vor so einfach wie unklar. "Entweder man verlängert zu einem gewissen Zeitpunkt, oder aber man muss getrennte Wege gehen", bezieht sich der Leipziger Geschäftsführer auf die Abmachungen aus dem Jahr 2016 mit Werner-Berater Karlheinz Förster, als der damalige VfB-Stürmer zu den Sachsen wechselte und mit einem Vertrag bis 30. Juni 2020 ausgestattet wurde. "An dieser Kreuzung stehen wir jetzt", sagt Mintzlaff. Was er nicht sagt: Werner sitzt am Steuer.

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Mintzlaff und das große "Vielleicht" im Fall Werner

Insofern versuchen die Leipziger alles in die Waagschale zu werfen, was sie nach dem Höhenflug der Rückrunde zur Verfügung haben, um Werner doch noch eine Vertragsverlängerung schmackhaft zu machen. "Julian Nagelsmann neuer Trainer, wir spielen Champions League, eine geile Mannschaft, die noch mehr zusammengewachsen ist, ein geiler Klub, eine geile Stadt - vielleicht sind das gute Gründe für Timo", fasst Mintzlaff den Katalog an Argumenten zusammen. Allein, es bleibt beim vielleicht.

Dass es mit Ralf in Leipzig weitergehen wird, ist klar.

Oliver Mintzlaff

Und Rangnick? Bereits im Februar hatte der 60-Jährige die Bitte geäußert, den bis 2021 laufenden Vertrag als Sportdirektor aufzulösen. Oder besser gesagt umzuwandeln: Denn der scheidende Übergangstrainer möchte neben Leipzig auch die anderen Fußball-Standorte des Red-Bull-Konzerns in New York und Brasilien koordinieren. Mintzlaff bevorzugt eine Entweder-Oder-Lösung, wünscht sich, dass Rangnick vor allem für die kommende Spielzeit sich alleinig auf Leipzig konzentriert, auch um das Premierenjahr von Nagelsmann hautnah zu begleiten. Prinzipiell ist Mintzlaff bereit, über eine Neustrukturierung der Aufgabenfelder zu beraten. "Es geht darum zu überlegen, wo wir die Dinge noch besser machen können", sagt Mintzlaff und zeigt sich zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird. "Dass es mit Ralf in Leipzig weitergehen wird, ist klar."

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Krösche als letzter Puzzlestein

Klar ist auch, dass im Falle einer Einigung über die künftige Aufgabenverteilung die Gespräche mit Markus Krösche finalisiert werden. Der Paderborner Sportvorstand ist trotz Ablöseforderung der Wunschkandidat der Leipziger als Nachfolger des zum FC Schalke abgewanderten Jochen Schneider. "Wir haben uns mit keinem Kandidaten geeinigt und keinen Vertrag unterschrieben. Das wird in den kommenden Tagen passieren", so Mintzlaff.

Oliver Hartmann/bst