3:1-Sieg gegen Kanada im Finale - Anttila trifft doppelt

Wie 2011: Finnland wird in Bratislava Weltmeister!

Finnischer Jubel

Moment des grenzenlosen Jubels: Die Finnen in Bratislava. imago images

Die Partie begann mit viel Elan. Im ersten Überzahlspiel der Kanadier wurde Jere Sallinen nach einem Alleingang von Thomas Chabot zu Fall gebracht - Penalty! Verteidiger Oliwer Kaski lief an, scheiterte jedoch knapp an der Schulter des kanadischen Keepers Matt Murray (6.). Insgesamt hatten die "Ahornblätter" etwas mehr vom Spiel und deckten den finnischen Torhüter Kevin Lankinen, der im Halbfinale einen Shutout gegen Russland hatte feiern können, mit Schüssen ein. Einmal war der Keeper machtlos: In der 11. Minute traf Shea Theodore nach einem Scheibenverlust per Handgelenkschuss. Noch vor Drittelende setzte mit Philippe Myers ein weiterer kanadischer Verteidiger den Puck wuchtig an das Torgestänge (18.).

Im Mitteldrittel dann ein deutlich anderes Bild: Nun waren es die "Leijonat", die mehr Spielanteile besaßen und die Kanadier mit viel Tempo und Intensität unter Druck setzten. Marko Anttila gelang in der 23. Minute in Überzahl das 1:1; auch, weil Murray wohl nicht mit dem ansatzlosen Abschluss des finnischen Kapitäns gerechnet hatte. In der hochklassigen Partie drückte vor allem Finnland zunächst weiter aufs Tempo. Erst in der Schlussphase des Mittelabschnitts forcierte auch Kanada wieder die Offensivbemühungen. Ein feiner Rückhandschlenzer von Pierre-Luc Dubois landete am rechten Pfosten (38.).

Anttila bringt Suomi auf Titelkurs

Der dritte Abschnitt begann mit einem Start nach Maß für Suomi, das erst den Rest einer aus dem Mitteldrittel resultierenden Strafzeit überstand - und dann sogar in Führung ging: Veli-Matti Savinainen passte von hinter dem Tor zu Anttila und der 2,03-Meter-Hüne erzielte aus kurzer Distanz per Direktabnahme seinen zweiten Treffer (43.).

Jere Sallinen, Matt Murray, Thomas Chabot (v.li.)

Karambolage: Finnlands Jere Sallinen und Keeper Matt Murray (o.). Getty Images

Im weiteren Verlauf erhöhte Kanada den Druck und drängte auf das 2:2. Doch Lankinen und seine Vorderleute verteidigten gekonnt und aufopferungsvoll. Dennoch boten sich den Nordamerikaner gute Torchancen, so scheiterte Mark Stone in der 56. Minute frei vor dem Tor am Keeper, der die vergangene Saison hauptsächlich im AHL-Farmteam der Chicago Blackhawks (Rockford Ice Hogs) verbracht hatte - zwischenzeitlich indes sogar sechs Partien für Indy Fuel in der drittklassigen ECHL absolviert hatte. Doch der nächste Treffer fiel auf der anderen Seite! Harri Pesonen schlenzte den Puck aus spitzem Winkel durch viel Verkehr ins rechte Toreck, Murray war die Sicht verdeckt (56.).

Es war die Vorentscheidung, denn der kanadische Trainer Alain Vigneault nahm danach zwar frühzeitig Keeper Murray zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch Kanada gelang kein weiterer Treffer mehr.

Wie 2011 - und erst zum dritten Mal überhaupt (erstmals 1995) - gewann Finnland damit in Bratislava den Weltmeistertitel. Ein echter Überraschungscoup, zumal mit einem Kader ohne Vollzeitspieler in der NHL, der in der Heimat vor der Turnier einige Kritik erfahren hatte.

Statistik zum Spiel:

Kanada - Finnland 1:3 (1:0, 0:1, 0:2)

Kanada: Murray - Nurse, Severson; Chabot, Stecher; Theodore, Fabbro; Myers - Marchessault, Dubois, Stone; Cirelli, Couturier, Reinhart; McCann, Turris, Mantha; Jost, Henrique, Strome; Joseph
Finnland: Lankinen - Ohtamaa, Lehtonen; Jokiharju, Lindbohm; Kaski, Mikkola; Hakanpää, Koivisto - Ojamäki, Tyrväinen, Rajala; Kakko, Manninen, Pesonen; Kuusela, Sallinen, Savinainen; Anttila, Lammikko, Kiviranta
Tore: 1:0 Theodore (10:02), 1:1 Anttila (22:35), 1:2 Anttila (42:35), 1:3 Pesonen (55:54)
Zuschauer: 9085
Strafminuten: Kanada 8 - Finnland 8
Schiedsrichter: Tobias Bjork (Schweden)/Jeremy Tufts (USA)

jom