Union will sich nicht auf Rechenspiele verlassen

Fischer: "Stuttgart ist fähig, das Spiel zu drehen"

Urs Fischer

Will die gute Ausgangslage nicht überbewerten: Urs Fischer. imago images

Am Freitag konnte sich Urs Fischer noch mal zurücklehnen. Wehen Wiesbaden gegen Ingolstadt, Relegation zwischen 3. und 2. Liga, so lautete das Abendprogramm des Trainers von Union Berlin. "Das ist mal was anderes, wenn du ein Spiel einfach anschauen kannst, ohne eine gewisse Absicht dahinter. Das macht auch mal Spaß", erzählte der 53-Jährige am Tag danach. Möglicherweise begibt er sich auch am Samstagabend beim Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig noch einmal in die Zuschauerrolle. Spätestens am Montagabend aber wird es mit der Entspannung vorbei sein. Dann gilt es für Union, im Rückspiel gegen den VfB Stuttgart (Montag, 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) den letzten Schritt Richtung Bundesliga zu gehen.

Wenn du mit dem Gedanken ins Spiel gehst, auf 0:0 zu spielen, wird das nicht aufgehen.

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Die Ausgangslage für die Eisernen ist nach dem 2:2 im Ländle gut. Mehr aber auch nicht, betonen Fischer und Co. seit Tagen. "Uns muss bewusst sein, dass sie fähig sind, das Spiel zu drehen", sagte der Trainer am Samstag. Und wie bereits vor dem Hinspiel forderte er seine Mannschaft auch für das Rückspiel auf, sich nicht nur aufs Verteidigen zu beschränken. "Wenn du mit dem Gedanken ins Spiel gehst, auf 0:0 zu spielen, wird das nicht aufgehen. Wir müssen im Kopf haben, wieder ein Tor zu erzielen. Denn eines bekommst du meistens", erklärte Unions Coach und konstatierte: "Die Aufgabe ist nicht leichter geworden. Es braucht wieder eine tolle Leistung."

Wo spielt Parensen?

Zwei Tage vor der finalen Partie der Saison ließ Fischer, der mit seiner Mannschaft in der Zweitliga-Spielzeit nur eine Heimniederlage hinnehmen musste (1:3 gegen Paderborn), erwartungsgemäß noch offen, wer Kapitän Christopher Trimmel ersetzen soll. Der Rechtsverteidiger hatte in Stuttgart die 10. Gelbe Karte gesehen, ist daher wie auch Felix Kroos (5. Gelbe) gesperrt. Erster Kandidat sollte Trimmels Backup Julian Ryerson sein. Denkbar wäre aber auch, Linksverteidiger Christopher Lenz rechts in die Viererkette zu beordern. Routinier Michael Parensen, der in Stuttgart den gesperrten Florian Hübner in der Innenverteidigung vertreten hatte, könnte theoretisch ebenfalls als Außenverteidiger aushelfen. Gegen die schnellen VfB-Flügelspieler wäre der 32-Jährige aber wohl nicht die optimale Wahl - abgesehen davon, dass Parensen auch statt Hübner erneut für das Abwehrzentrum infrage kommt. "Micha hat in Stuttgart ein sehr gutes Spiel gemacht", sagte Fischer, andererseits "ist Florian unser Stammverteidiger", also "hat der Trainer die Qual der Wahl", bemerkte der Schweizer, der am Montag wohl wieder auf Jakob Busk zurückgreifen kann.

Der Ersatztorwart hatte in Stuttgart gefehlt, weil er Vater eines Sohnes geworden ist. "Toll, Gratulation an die Familie. Das haben sie gut gemacht", sagte Fischer. Es sollen in Köpenick nicht die letzten Glückwünsche der Saison gewesen sein.

Jan Reinold