Vorschau auf das Stanley-Cup-Finale 2019

St. Louis Blues mit Defensivpower und Formstärke

Alex Pietrangelo

Einer der besten Verteidiger der Welt: St. Louis' Kapitän Alex Pietrangelo. Getty Images

Der Weg ins Finale

St. Louis brauchte auf dem Weg ins Stanley-Cup-Finale 19 von maximal 21 möglichen Spielen: Das Weiterkommen sicherten sich die eigentlich auswärtsstarken Blues (7-2) dreimal auf Heim-Eis im Enterprise Center. So wurden in der 1. Runde die Winnipeg Jets (4:2), in der 2. Runde die Dallas Stars (4:3) und im Western-Conference-Finale die San Jose Sharks (4:2) aus dem Weg geräumt. Seit dem Jahreswechsel scheinen die Senkrechtstarter aus dem US-Bundesstaat Missouri nicht mehr zu stoppen: Am 2. Januar waren die Blue Notes noch das schlechteste Team in der gesamten NHL (15-18-4, Platz 31) - in den verbleibenden 45 Spielen der regulären Saison aber war kein Team besser als St. Louis (30-10-5, Rang 1).

NHL Stanley Cup - Play-offs - Finale - Best of 7
Finale - Best of 7
Vereinsdaten St. Louis Blues

Anschrift St. Louis Blues
Savvis Center
1401 Clark Avenue
St. Louis, Missouri, USA 63103

Internetwww.stlouisblues.com/

Vereinsinfo

Offensive

Stanley Cup Finale 2019

Die Blues verfügen über viel Tiefe im Sturm und rollen ihre vier Sturmreihen relativ gleichmäßig aus. Beeindruckend ist vor allem das Secondary Scoring aus der vierten Reihe mit Ivan Barbashev, Oskar Sundqvist und Alex Steen, das es auf 17 Scorerpunkte (acht Tore, neun Assists) in den Play-offs bringt. Auch die anfänglich noch schwächelnden Top-Spieler Vladimir Tarasenko und Ryan O'Reilly haben ihr Formtief überwunden. Tarasenko punktete in allen sechs Spielen gegen San Jose (drei Tore, fünf Assists), O'Reilly bereitete im entscheidenden Spiel 6 drei Tore vor. Gefährlichster Stürmer in der Endrunde ist Jaden Schwartz mit 16 Scorerpunkten (zwölf Tore, vier Assists). Flügelspieler Pat Maroon ist als in St. Louis geborener Spieler der Lokalheld. Das Powerplay ist mit 19,4 Prozent ausbaufähig, zeigte zuletzt aber aufsteigende Tendenz (33,3 Prozent in den letzten vier Spielen).

Defensive

Jordan Binnington

Ein Senkrechtstarter zwischen den Eisenpfosten: Blues-Goalie Jordan Binnington. Getty Images

Die Defensive ist das Prunkstück der Blues, die mannschaftlich geschlossen sehr gut verteidigen. Die Stürmer gehen aggressiv ins Forechecking und zermürben den gegnerischen Aufbau mit harten Checks. Dabei erhalten sie Unterstützung von den Verteidigern, die immer wieder mutig pinchen (weit aufrücken und in die gegnerische Zone eindringen). Dadurch werden viele Puckverluste erzwungen. In der Rückwärtsbewegung versteht es St. Louis, die neutrale Zone abzuriegeln. Im eigenen Drittel wird vor dem Tor konsequent aufgeräumt. Mit Alex Pietrangelo (1,91 Meter, 95 Kilogramm), Colton Parayko (1,97, 104), Jay Bouwmeester (1,93, 93), Robert Bortuzzo (1,93, 98), Joel Edmundsson (1,93, 98) und Carl Gunnarsson (1,88, 90) haben die Blues sechs physisch und defensivstarke Abrissbirnen, die harte Checks austeilen können. Kapitän Pietrangelo stellte mit 13 Scorerpunkten (zwei Tore, elf Assists) schon jetzt einen neuen Franchise-Rekord in den Play-offs für Abwehrspieler auf. Der verletzte Vince Dunn (1,83, 92) könnte zurückkehren. Überraschend ist, dass St. Louis trotz dieser Qualität Probleme im Penalty Killing (78 Prozent) hat.

Tor

Stanley-Cup-Play-offs 2019

Jordan Binnington ist die Entdeckung der Saison! Mit dem 25-jährigen Rookie begann erst der Aufschwung in "Gateway City": Seit seinem ersten Start am 7. Januar 2019 brachte es der Torwart auf einen Gegentorschnitt von 1,83 sowie eine Fangquote von 93 Prozent. Auch in seinen ersten Play-offs überhaupt erwies sich die Nummer 50 als sicherer Rückhalt und Retter in der Not. Seine Statistik: 2,37 Gegentore pro Spiel und 91,4 Prozent Fangquote.

Hauptrunde

In der regulären Saison gewann in zwei Aufeinandertreffen jeweils das Heim-Team: In Boston setzten sich die Bruins mit 5:2 durch (Tore: 1:0 Torey Krug, 1:1 Ryan O'Reilly, 1:2 Carl Gunnarsson, 2:2 David Backes, 3:2 Chris Wagner, 4:2 Brad Marchand, 5:2 Sean Kuraly) - in St. Louis gewannen die Blues mit 2:1 n.P. (Tore: 1:0 Alex Steen, 1:1 Chris Wagner, 2:1 Sammy Blais).

Christian Rupp

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Ein Methusalem, zwei Torjäger und ein "Mr. Play-offs"