Schweiz nach Drama ausgeschieden - Finnland kommt zurück

0,4 Sekunden retten Kanada - Schweden entthront, Russland mit Mühe

Pierre-Luc Dubois, Leonardo Genoni, Sean Couturier, Michael Fora (v.li.)

Entscheidender Moment: Der Puck trudelt 0,4 Sekunden vor Schluss über die Linie. imago images

Die Schweizer waren im ersten Drittel dank Lauffreude und viel Zug zum Tor das etwas torgefährlichere Team, auch wenn die "Ahornblätter" ebenfalls ein paar gute Torchancen hatte. Im Mitteldrittel gelang Kanada in Person von Torjäger Mark Stone, der einen Schuss von Dante Fabbro gekonnt abfälschte, zunächst der Ausgleich (26.). Doch ganze drei Sekunden vor der Schlusssirene im zweiten Drittel brachte Nico Hischier die Eidgenossen in Überzahl wieder in Führung (40.).

Im Schlussdrittel erhöhten die Kanadier den Druck sukzessive. Doch lange Zeit gelang es den Schweizern um Keeper Leonardo Genoni, den hauchdünnen Vorsprung mit Glück und Geschick zu verteidigen. Erst mit dem allerletzten Versuch gelang es Verteidiger Damon Severson, Genoni, dem der Puck irgendwie unter dem Arm durchrutschte, doch noch zu überwunden. In buchstäblich allerletzter Sekunde, denn erst nach Studium der offiziellen Spieluhr stand fest, dass der Treffer 0,4 Sekunden vor der Sirene gefallen und damit regelkonform war. In der mit offenem Visier geführten Verlängerung war es schließlich Stone mit seinem zweiten Treffer des Nachmittags, der die Schweiz nach einer Zwei-auf-Eins-Situation doch noch aus dem Turnier eliminierte (66.).

Russland siegt knapp gegen wehrhafte USA

Russland war im ersten Drittel klar spielbestimmend und machte viel Druck auf das Tor von US-Keeper Cory Schneider. Nikita Gusev gelang per Abstauber früh die Führung für die Sbornaja (2.), die anschließend einige gute Chancen ungenutzt ließ. Dennoch erhöhte Mikhail Sergachev noch im ersten Drittel mit einem - von Jack Eichel noch stark abgefälschten - Schuss im Powerplay (16.). Im Mittelabschnitt waren die USA deutlich besser im Spiel, Brady Skjei gelang ebenfalls mit einem abgefälschten Schuss der Anschlusstreffer (23.).

Im Schlussabschnitt überschlugen sich zunächst die Ereignisse: Erst nutzte Kirill Kaprizov eine Zwei-auf-Eins-Situation zum 3:1 (42.). Dann verkürzte Noah Hanifin nach Ablage des 17-Jährigen Jack Hughes (46.), doch nur 69 später stellte Mikhail Grigorenko nach feinem Rückhandpass von Evgeni Malkin den Zwei-Tore-Abstand wieder her (48.). In der Schlussphase nahm US-Coach Jeff Blashill Schneider zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und wurde einmal belohnt: Alex DeBrincat veredelte einen Patrick-Kane-Pass per Direktabnahme (58.). Zum Ausgleich reichte es für die USA indes nicht mehr.

Kanada trifft im Semifinale nun auf den Sieger der Partie zwischen Tschechien und dem DEB-Team, Russland auf den Sieger der Begegnung zwischen Finnland und Titelverteidiger Schweden.

Finnland entthront Titelverteidiger nach 1:3-Rückstand

Moment der Freude: Die Finnen nach dem Siegtreffer in der Overtime. Getty Images

Am Abend kam es zum nordeuropäischen Duell der Nachbarstaaten Schweden und Finnland. Der Titelverteidiger führte nach der Führung von Niko Mikkola (2.) bereits mit 3:1, nachdem John Klingberg, Patric Hörnqvist und Elias Pettersson binnen trafen (3., 17., 21.). Doch die beiden Verteidiger Petteri Lindholm und Jani Hakanpää glichen binnen fünf Minuten aus (26., 30.). 25 Sekunden vor Drittelende ging Schweden jedoch nach einem Schlagschuss von Erik Gustafsson, der erst nach Video-Studium erkannt wurde, wieder in Führung.

Mit sechstem Feldspieler gelang den Finnen in Person von Marko Anttila 89 Sekunden vor Schluss erneut der Ausgleich. Nach gut eineinhalb Minuten in der fälligen Overtime jubelte Finnland erneut - und diesmal kannte die Freude keine Hemmungen mehr. Denn nach einem Konter traf Sakari Manninen genau in den Winkel (62.). Damit war der Weltmeister entthront und die Finnen im Semifinale, in dem am Samstag nun Russland wartet.

jom

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