Zu wenig Zeit für einen Co-Gastgeber

Kehrtwende! Doch keine 48 Teilnehmer bei der WM 2022

Gianni Infantino

Er wird 2022 eine WM mit 32 Teams sehen: Gianni Infantino. imago images

"Nach einem gründlichen und umfassenden Konsultationsprozess unter Einbeziehung aller relevanten Interessengruppen wurde der Schluss gezogen, dass unter den derzeitigen Umständen ein solcher Vorschlag nicht umgesetzt werden kann", heißt es in einer offiziellen Mitteilung der FIFA am Mittwochabend. "Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Katar 2022 wird daher bei 32 Mannschaften bleiben."

Im März war eine von der FIFA in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie publik geworden, die besagt, dass eine Ausweitung des Turniers auf 48 Mannschaften machbar (und lukrativ) wäre. Allerdings wurde deutlich gemacht, dass Katar alleine das aus Platzgründen nicht stemmen könnte und folglich ein weiterer Ausrichter nötig wäre. Aufgrund der schwierigen politischen Lage im Nahen Osten gab es mit Oman und Kuwait im Grunde nur zwei reale Optionen als Co-Gastgeber, da Katar von seinen Nachbarn Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain aus politischen Gründen boykottiert wird - und diese drei Länder schon bereits deshalb nicht in Frage gekommen wären.

Ein weiteres Problem ist zudem die Zeit, da es fraglich schien, ob denn ein Co-Gastgeber rechtzeitig die notwendige Infrastruktur bereitstellen könnte. Dies wurde nun auch als Grund für die Nicht-Erweiterung des Turniers angeführt. "Eine Analyse ergab, dass aufgrund des fortgeschrittenen Standes der Vorbereitungen und der Notwendigkeit einer detaillierten Bewertung der potenziellen logistischen Auswirkungen auf das Gastland mehr Zeit erforderlich wäre. Es wurde daher beschlossen, diese Option nicht weiter zu verfolgen."

Bereits am vergangenen Wochenende hatte Hassan al-Thawadi, Generalsekretär des katarischen Organisationskomitees, Position bezogen und deutlich gemacht, dass es bei 32 Teilnehmern bleiben könnte, sollte man zu dem Schluss kommen, dass "eine Aufstockung keine Vorzüge bringt oder die Nachteile überwiegen". So ist es nun auch gekommen.

Unabhängig vom Turnier in Katar ist bereits beschlossen, dass bei der übernächsten WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko 48 Mannschaften teilnehmen werden.

drm