Agnelli diskutiert mit Ligavertretern - Noch kein ECA-Antrag bei UEFA

Rummenigge: "Es wird kein Schaden entstehen"

Karl-Heinz Rummenigge

Die Bundesligisten sprechen sich einstimmig gegen die Europapokalreform von Andrea Agnelli aus. imago images

Mit einem aus deutscher Sicht guten Ausgang wird gerechnet, wie Karl-Heinz Rummenigge, der bei dem zweistündigen Gespräch als Mediator fungierte, gegenüber dem kicker sagte: "Ich bin überzeugt, dass am Ende die beste Option für den Fußball gefunden wird und der Bundesliga kein Schaden entsteht." Neben dem FCB-Vorstandschef waren unter anderem Michael Gerlinger (FC Bayern), Hans-Joachim Watzke (BVB), Rudi Völler (Leverkusen), Stephan Schippers (Mönchengladbach), Axel Hellmann (Frankfurt), Oliver Mintzlaff (Leipzig) und Jan Räker (Stuttgart) zugegen und unterstrichen, dass für sie die Qualifikation zur Champions League über die nationalen Ligen erhalten bleiben muss. Das wäre laut dem zuletzt gehandelten europäischen Drei-Ligen-Modell nicht automatisch gegeben. Agnelli soll Verständnis geäußert haben. Nichts sei entschieden, es liege auch kein konkreter ECA-Antrag bei der UEFA vor, so Agnelli.

Laut Sitzungsteilnehmern, die von einem konstruktiven Austausch berichteten, sprach der Italiener von "für alle Diskussionen offene Türen". Ebenso soll der Fall Ajax Amsterdam diskutiert worden sein. Die Niederländer hatten eine starke Runde in der Königsklasse hingelegt, waren erst im Halbfinale gegen Tottenham ausgeschieden. Aufgrund des Koeffizienten ihrer Heimatliga müssen sie dennoch in der nächsten Saison zunächst durch die Qualifikation, was man als Argument für ein wie auch immer geartetes Ligensystem sehen kann. Man darf also auf die außerordentliche ECA-Generalversammlung auf Malta am 6./7. Juni gespannt sein.

Rummenigge resümierte das Treffen: "Ich darf mich ausdrücklich bei Andrea Agnelli für sein Kommen bedanken. Mein Eindruck nach diesem sehr angenehmen und harmonischen Treffen ist, dass der Reform-Prozess in einer offenen, konstruktiven und transparenten Art und Weise unter Berücksichtigung der Interessen der Bundesliga demokratisch weitergeführt wird."

K. Wild, R. Franzke, B. Hofmann