Ex-Dortmunder stellt sich an der Stamford Bridge vor

Pulisic bei Chelsea: "Das sollte gut zu mir passen"

Christian Pulisic

Blau statt Schwarz-Gelb: Christian Pulisic beim FC Chelsea. FC Chelsea

Vier Jahre hat der Junge aus Hershey, Pennsylvania, in Dortmund Fußball gespielt und beim BVB nicht nur den Sprung zu den Profis, sondern auch zum "Wunderkind" und Aushängeschild des amerikanischen Fußballs geschafft. "Zu Beginn war es hart", erinnert sich Pulisic im Gespräch mit dem "Guardian" an seine Anfänge als 15-jähriger "Auswanderer" im Ruhrgebiet. "Ich dachte, die Leute gucken mich an und fragen sich: 'Wer ist dieser Amerikaner, der mir meinen Platz klauen will?'"

Aber: "Mein Leben war Fußball." Also biss Pulisic auf die Zähne und brachte dem BVB mit seinem Tempo und seinen Dribblings knapp vier Jahre später 64 Millionen Euro ein. Bereits im Winter hatte Europa-League-Finalist Chelsea den Zuschlag erhalten, wohlwissend, dass es mit der Transfersperre der FIFA in diesem Sommer nicht mehr möglich sein würde.

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Der erste Chelsea-Besuch: "Was ich noch weiß…"

Nach einem halben Jahr als Leihspieler in Dortmund hat sich Pulisic am Dienstag im Westen Londons vorgestellt und erneut betont, dass sein "Traum, irgendwann in der Premier League zu spielen", in Erfüllung gegangen ist. Mit seinem Vater war er als Siebenjähriger, als die Familie ein Jahr in Tackley (Oxfordshire) lebte und Pulisic für das Jugendteam von Brackley Town spielte, als Zuschauer an der Stamford Bridge gewesen. "Was ich noch weiß", erinnert sich der Ex-Dortmunder, "dass (Didier) Drogba, glaube ich, einen Elfmeter getroffen hat."

Chelsea spielt in der kommenden Saison wieder in der Champions League, kann dazu am kommenden Mittwoch noch die Europa League gewinnen. Doch so komfortabel, wie sie scheint, ist die Situation nicht. Trainer Maurizio Sarri, nicht zwingend der Fan-Liebling, erhält plötzlich wieder Lockrufe aus der Heimat; Superstar Eden Hazard ("ein fantastischer Spieler, das wissen wir alle", sagt Pulisic) wird ziemlich sicher nach Madrid wechseln und Chelsea darf außer Pulisic bis zum Sommer 2020 keinen anderen Spieler verpflichten.

Bevor es in London losgeht, kann Pulisic noch einen Titel gewinnen

Doch Pulisic glaubt: "Hier herrscht eine Champion-Mentalität." Er selbst will mit dazu beitragen; wo, spielt nicht die größte Rolle. "In Dortmund habe ich auf beiden Flügeln agiert, in der Nationalmannschaft bin ich die Nummer 10." Nicht unwahrscheinlich, dass er auch gleich die Rückennummer von Hazard übernimmt. "Ich fühle mich wirklich überall in dieser Angriffsreihe wohl." Sarris schneller Offensivfußball "sollte gut zu mir passen".

Jetzt hat er erst mal Urlaub, bevor Mitte Juni der Gold Cup im eigenen Land, in Jamaika und Costa Rica ansteht. Die USA gehen als Mitfavorit ins Rennen; wenn es gut läuft, kehrt Pulisic also erst spät in der Vorbereitung nach London zurück.

mkr