Bayern: Diskussionen um Kovac geht weiter

Romantischer Müller ohne politische Ambitionen

Lewandowski, Kovac und Müller

Ein Titel ist geholt - der zweite für Niko Kovac (M.), Robert Lewandowski (l.) und Thomas Müller soll im Pokalfinale her. imago images

Am Wochenende kam viel zusammen in der Allianz Arena. Drei verdiente Spieler - Rafinha, Franck Ribery und Arjen Robben - wurden verabschiedet, der Meisterschaftskampf endgültig entschieden. Dass da Emotionen überkochen, war wenig verwunderlich. Erst bejubelten die Zuschauer das Trio, das Servus sagt, dann feiert das Publikum einen berauschenden 5:1-Sieg, den dann fixen siebten Titelgewinn in Folge - und letztlich auch Trainer Niko Kovac. Es steckte eben einiges drin. Doch wie ist das zu bewerten?

Wie eine Wolke, die sich über dem Meer bewegt und das Wasser aufsaugt.

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"Ich bin nicht für das Bewerten da", sagt Thomas Müller, der dann zu einer ausführlichen Erklärung ansetzte: "Ich bin für das Sich-Freuen da." Denn: "Die Freude ist sehr groß. Wenn man dann noch die Rahmenbedingungen mit einfließen lässt, könne man fast in eine Romantik verfallen, die der Fußball vielleicht vor zehn Jahren hatte." Der Grund: "Wenn man die Bilder sieht, Arjen und Franck, beide machen ein Tor, Rafinha wird überragend verabschiedet, ein Herzschlagfinale und dass wir im eigenen Stadion 5:1 gewinnen - da fällt viel Last, die wir uns vor allem im Herbst aufgepackt haben, ab." Zur Krise fährt Müller fort, es sei "wie eine Wolke, die sich über dem Meer bewegt und das Wasser aufsaugt" gewesen, was sich da beim FCB angesammelt hat: "Wir haben uns im Herbst viel Ärger aufgehalst."

Trainerfrage? Müller: "Ich will mich nicht an politischen Dingen beteiligen"

Von diesem Krisen-Rückblick springt der 29-Jährige sofort - ohne Punkt und Komma - ins Positive. "Dass wir das mit einer fulminanten Rückrunde geradegebogen haben", sagt er, "und mit einer Machtdemonstration hier in München gegen Dortmund durchgezogen haben, macht uns stolz und glücklich." Alle. Die Bosse, die Mannschaft, den Trainer. "Wer ihn heute gesehen hat", so Müller, "hat gesehen, dass viel von ihm abgefallen ist." Doch zu sehr in die Diskussion um Niko Kovac lässt sich der Offensivallrounder nicht hineinziehen. Im Gegenteil. "Ich will mich nicht an politischen Dingen beteiligen", stellt er gleich klar. Denn derzeit gibt es noch andere Aufgaben - wie das Pokalfinale in Berlin beispielsweise. "Alles Weitere kann irgendwann anders besprochen werden." Er meint das Politische, das im Hintergrund derzeit ohnehin nicht aufzuhalten ist. Daran ändert auch ein Tag wie am Samstag nichts.

Georg Holzner

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