Vorstand Hellmann verkündet Rekord-Umsatz

Eintracht plant 40.000 Europapokal-Dauerkarten

Eintracht Frankfurt und die Commerzbank-Arena

Aktuelle Themen bei Eintracht Frankfurt: Dauerkarten, Umsatz und die Commerzbank-Arena. imago images

Was hat die vergangene Saison wirtschaftlich gebracht? Wie ist sie sportlich einzuordnen? Was hat es mit den Europapokal-Dauerkarten auf sich? Wann gibt es eine Einigung mit der Stadt Frankfurt bezüglich des anvisierten Stadionausbaus? Eintracht-Vorstand Hellmann stand am Dienstagmittag ausführlich Rede und Antwort. Der kicker gibt einen Überblick über die wichtigsten Themen.

Rekord-Umsatz

Ohne Transfererlöse wird sich der Umsatz der Saison 2018/19 laut Hellmann auf 170 bis 180 Millionen Euro belaufen, davon seien 35 bis 40 Millionen Euro auf die Europa League zurückzuführen. Hellmann dazu: "Man kann davon ausgehen, dass wir die Schallmauer von 200 Millionen Euro Umsatz durchbrechen werden. Das ist für Eintracht Frankfurt ein riesiger Sprung."

die letzten 10 Spiele - Eintracht Frankfurt
Wolfsburg (H)
2
:
4
Bayern (A)
5
:
1
Mainz (H)
0
:
2
Chelsea (A)
4
:
3
Leverkusen (A)
6
:
1
Chelsea (H)
1
:
1
Hertha (H)
0
:
0
Wolfsburg (A)
1
:
1
Benfica (H)
2
:
0
Augsburg (H)
1
:
3
alle Termine
Bundesliga Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
78
2
Borussia Dortmund
76
3
RB Leipzig
66
4
Bayer 04 Leverkusen
58
5
Bor. Mönchengladbach
55
6
VfL Wolfsburg
55
7
Eintracht Frankfurt
54
8
Werder Bremen
53
9
TSG Hoffenheim
51
Tabelle Bundesliga
Vereinsdaten Eintracht Frankfurt

Gründungsdatum08.03.1899

Mitglieder75.000

VereinsfarbenRot-Schwarz-Weiß

Anschrift Mörfelder Landstraße 362
60528 Frankfurt/Main

Internetwww.eintracht.de

Vereinsinfo

Zum Vergleich: Als die Hessen 2013/14 letztmals international gespielt hatten, lag der Gesamtumsatz am Ende bei 99,5 Millionen Euro, vergangene Saison betrug er 140,8 Millionen Euro. Wie hoch der Jahresüberschuss ausfällt, wollte Hellmann auf Nachfrage nicht beantworten. Dazu wird sich Finanzvorstand Oliver Frankenbach zu einem späteren Zeitpunkt äußern.

Neben dem Umsatz stellt die Eintracht auch beim Fernsehgeld einen neuen internen Rekord auf: Aus den Vermarktungstöpfen der DFL erhält der Klub in der neuen Saison laut Hellmann etwa 73 Millionen Euro; in der Fernsehtabelle steht Frankfurt auf Platz 8. Bei aller Freude über die wirtschaftliche Entwicklung gibt Hellmann allerdings zu bedenken: "Wir haben erstmals eine gewisse Fallhöhe erreicht, auf die wir achten müssen." Mit Blick auf die Kosten und die Gehaltsentwicklung kündigt er deshalb ein "Wachstum mit Augenmaß" an.

Anders ausgedrückt könnte man sagen: Die Eintracht muss aufpassen, dass das Gehaltsniveau nach einem möglicherweise sportlich weniger erfolgreichen Jahr nicht zu einer wirtschaftlichen Schieflage führt. Was eine kurzsichtige Planung bedeutet, erlebte Sportvorstand Fredi Bobic während seiner Zeit beim VfB Stuttgart, wo er nach eigener Aussage die vor seiner Amtszeit auf rund 70 Millionen Euro angestiegenen Personalkosten auf etwa 40 Millionen Euro senken musste.

Dauerkarten

Die Zahl der normalen Saison-Dauerkarten steigt von bisher 30.000 auf 31.000. Zusätzlich wird es eine Europapokal-Dauerkarte geben. Einmal gekauft, verschafft sie einem den Zugang zu allen möglichen Partien in der Qualifikation der Europa League und der Europa League.

"Wer ein Halbfinale gegen Chelsea sicher sehen will, sollte auch in der ersten Runde gegen Maribor ein Ticket haben", erklärt Hellmann. Bei einem erneuten Vorstoß bis ins Halbfinale würde die Eintracht international zehn Heimspiele bestreiten. Was noch wichtig ist? Jeder normale Dauerkartenbesitzer hat ein Vorkaufsrecht auf die entsprechende Europapokal-Dauerkarte. In einer zweiten Phase können Mitglieder - inzwischen gibt es 75.000 - ohne normales Saisonticket Dauerkarten für den Europapokal erwerben; insgesamt sollen 40.000 Europapokal-Dauerkarten in den Verkauf gehen. Über den detaillierten Ablauf wird der Klub demnächst informieren. Auswärts soll das Prozedere für die sogenannten "Allesfahrer" erleichtert werden.

Stadionausbau

Commerzbank-Arena

Soll ausgebaut und modernisiert werden: die Frankfurter Commerzbank-Arena. imago images

Vor rund einem Jahr schlug die Eintracht der Stadt Frankfurt vor, 30 Millionen Euro in die Digitalisierung der Arena zu investieren, wenn die Stadt im Gegenzug einen vergleichbaren Betrag aufwendet, um die Stadionkapazität von 51.500 auf 60.000 Plätze zu erhöhen. Passiert ist seitdem wenig. Doch nun scheint endlich Bewegung in das Thema kommen. Ein "Deal mit der Stadt" sei in "greifbarer Nähe", berichtet Hellmann - ohne auf die Details eingehen zu wollen. Nach dieser Aussage ist zu erwarten, dass beide Parteien noch in diesem Sommer konkrete Pläne vorstellen werden.

Die sportliche Bewertung

Hellmann spricht von einer "sehr guten Saison" 2018/19. Die im vergangenen Sommer in den Gremien festgelegte Zielsetzung sei ein Rang unter den Top 10 gewesen. Der 7. Platz bedeutet eine erneute Steigerung, nachdem sich Frankfurt 2016 erst in der Relegation gerettet hatte, 2017 auf dem 11. Platz und 2018 auf dem 8. Platz gelandet war. Allerdings spricht Hellmann auch von einem "Wandel zwischen den Extremen" und verweist exemplarisch auf das "traumatische Erlebnis" in Leverkusen, als die Mannschaft in den ersten 36 Minuten sechs Gegentore kassierte. Zu Saisonbeginn und gegen Ende hätte sich das Team wie ein Abstiegskandidat präsentiert, dazwischen sei ein Niveau wie beim Kampf um die Meisterschaft erreicht worden.

Was Hellmann besorgt ist die Tatsache, dass die Mannschaft zum dritten Mal in Folge in der Rückrunde eingebrochen ist. Punktemäßig drückt sich das zwar nicht aus, da Frankfurt nach 27 Zählern bis Weihnachten im neuen Jahr ebenfalls 27 Punkte einfuhr. "Das spricht für eine gewisse Konstanz", meint Hellmann, der aber auch zu Recht mahnt: "Man wird sich Gedanken machen müssen, warum uns auf der Zielgeraden wieder die Luft ausgegangen ist."

Europa League und Eintracht Frankfurt

Auch dank des erreichten Europa-League-Halbfinals durchlebte Eintracht Frankfurt eine starke Saison - mit kleinen Schwächen. imago images

Zu einer Luftveränderung kommt es von diesem Dienstag an bis zum kommenden Montag. Auf der sogenannten "Challenger Tour China" lässt die Eintracht im Reich der Mitte die Saison ausklingen. Der "Höhepunkt" der von Bobic vorangetriebenen und von der DFL geförderten Reise ist ein Testspiel gegen den VfL Wolfsburg, das am Freitag um 14 Uhr (MEZ) angepfiffen wird. Bis auf Evan Ndicka (U-20-WM), Sebastien Haller (Aufbautraining), Timothy Chandler (Nachwuchs steht ins Haus), Sebastian Rode und Taleb Tawatha (beide verletzt) gingen alle Mann an Bord des Fliegers.

Nach der Rückkehr aus China verabschieden sich jene Spieler, die nicht in der EM-Qualifikation gefragt sind, in den Urlaub. Dieser wurde trotz der Qualifikationsspiele für die Europa League, die für Frankfurt bereits am 25. Juli beginnen, nicht gekürzt. An den ersten beiden Julitagen werden sich die Profis den üblichen medizinischen Checks und Leistungstests unterziehen, am 3. Juli findet um 15 Uhr der offizielle Trainingsauftakt statt.

Julian Franzke

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