Wie der VfB-Trainer die Relegation angeht

Willigs 55.000 Signalspieler und Stevens' "guter Tipp"

Nico Willig

Hat schon positive Relegationserfahrungen gesammelt: VfB-Trainer Nico Willig. Getty Images

Vor vielen Jahren hat Willig diese Form der Saisonentscheidung bereits miterlebt. "Als A-Jugend-Trainer habe ich schon Erfahrungen mit Relegationsspielen gemacht", erzählt der VfB-Trainer. Mit der U 19 der TSG Balingen musste er in die Relegation. "Gegen Astoria Waldorf haben wir mit einem Tor in der 85. Minute gewonnen." Ein Erfolg, dessen Erfahrung bis heute nachwirkt.

"Wenn solche Spiele gut ausgehen, wie damals geschehen und wie es sich wiederholen soll, dann machen sie sehr viel Spaß", sagt der 38-Jährige, der auf ähnliche Glücksgefühle mit dem VfB gegen Berlin hofft (Hinspiel: Donnerstag, 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de). Allerdings, das sei völlig klar, gehe es um mehr als nur eine Partie. "Im Ligabetrieb hat man 34 Spieltage, diesmal sind es nur zwei", so Willig. "Zwei Spiele, 180 Minuten, die wir im Kopf haben müssen. Wir werden es nicht in einem Spiel entscheiden können."

Wir als Gruppe vertrauen uns. Irgendwo haben wir eine Wellenlänge gefunden.

Nico Willig

Vor dem Gegner hat Willig, der wieder auf Steven Zuber und Erik Thommy zurückgreifen kann, reichlich Respekt: "Ich sehe in Union eine Mannschaft, die als Gruppe bis zur allerletzten Sekunde sehr, sehr gut funktioniert. Sie sprinten sehr, sehr viel. Sie verteidigen ihr Tor super. Sie sind sehr kompakt und kassieren kaum Gegentore." Diesen Riegel zu knacken, werde eine "harte Nuss" werden.

Trotzdem glaubt Willig an seine Mannschaft. "Es ist ein Vertrauen da. Vertrauen unter den Spielern, Vertrauen in uns. Wir als Gruppe vertrauen uns. Irgendwo haben wir eine Wellenlänge gefunden." In den vergangenen rund fünf Wochen hat der von der U 19 aufgerückte Coach eine Entwicklung ausgemacht. "Es hat sich auch in der Trainingsarbeit ein Spaß entwickelt. Die Bereitschaft, auf einem höheren Niveau zu trainieren, intensiver zu trainieren, hat zugenommen."

Willig schwärmt von Stevens - und freut sich über dessen Tipp

Spaß, das wird schnell deutlich, ist das Stichwort, das Willig beschäftigt - und das ihm auch Huub Stevens auf Schalke auf dem Weg in die Relegation mitgegeben hat. Der Niederländer, der den VfB zweimal und die Knappen gerade erst vor dem Abstieg gerettet hat, imponiert Willig. "Es ist mir eine Freude, Trainerkollege sagen zu dürfen", schwärmte der Schwabe auf der gemeinsamen Pressekonferenz nach dem 0:0. Stevens sei "einfach der Retter", dem er "eine großartige Leistung als Trainer" bescheinigt. "Er ist für mich als jungen Trainer ein Vorbild. Ich hoffe, er gibt mir nachher noch einen kleinen Tipp."

kicker.tv Hintergrund

VfB vor "Relegationspokal": Willigs "Message" für die Fans

alle Videos in der Übersicht

Und der kam prompt, wie der Stuttgarter drei Tage später erzählt: "Er hat zu mir gesagt: Ich drücke Euch die Daumen. Gebt Gas und schaut, dass auch ein bisschen Spaß dabei ist in dieser Woche. Das war ein guter Tipp. Nur dann geht man mit der nötigen Lockerheit an solche Spiele heran."

Ich habe schon mal von Signalspielern gesprochen. Ich wünsche mir, dass wir am Donnerstag 55.000 Signalspieler haben.

Nico Willig

Am besten mit der vollen Rückendeckung im Stadion. Die Partie am Donnerstag ist bereits ausverkauft. Knapp 60.000 Fans werden kommen. Von den rund 55.000 Schwaben erwartet er absolute Unterstützung. "Es war eine sehr, sehr schwierige Saison für die Fans. Sie mussten viele Spiele sehen, die nicht gut, nicht schön waren", sagt Willig, der dennoch auf Hilfe hofft. "Ich habe schon mal von Signalspielern gesprochen. Ich wünsche mir, dass wir am Donnerstag 55.000 Signalspieler haben. Egal, wie sich das Spiel entwickelt. Die uns in jeglicher Art und Weise unterstützen und positiv voranpushen." Für sich und seine Mannschaft kann er nur "versprechen, dass wir gewinnen wollen und alles reinhauen".

George Moissidis

38

"Irgendwas mit Hose": Die Sprüche der Rückrunde