Wolfsburgs Aufsichtsrat über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Witter: "Das habe ich nicht für möglich gehalten"

Europapokal! Die VfL-Profis lassen Trainer Bruno Labbadia hochleben.

Europapokal! Die VfL-Profis lassen Trainer Bruno Labbadia hochleben. imago images

Vor rund einem Jahr, zum Zeitpunkt der schwersten Krise, stieg er ein beim VfL Wolfsburg. Frank Witter übernahm den Posten des Aufsichtsratsbosses von Francisco Javier Garcia Sanz und war maßgeblich daran beteiligt, dass sich die Niedersachsen gegen die Verpflichtung von Hannovers Horst Heldt als Geschäftsführer entschieden und stattdessen bei Jörg Schmadtke zugriffen. Und nun, ein Jahr später, gehört der VfL wieder zur Spitzengruppe der Bundesliga. "Das", sagt Witter, "habe ich nicht für möglich gehalten." Die zwei Jahre am Abgrund zur 2. Liga seien "extrem schmerzlich für den ganzen Verein und die Fans" gewesen. Mit einem 8:1 gegen Augsburg, dem höchsten Bundesligasieg der Vereinsgeschichte, meldet sich der VfL nun zurück. Witter: "Es ist ein besonderer Tag für den VfL Wolfsburg."

"Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Goldregen losbricht"

Nun gilt es, die Zukunft zu gestalten und nicht wieder wie in der Vergangenheit zu Zeiten des Erfolges die größten Fehler zu machen. Der Europapokal dürfte gleichbedeutend sein mit einer gesteigerten VW-Investition. "Wir haben unsere Budgets", sagt der Aufsichtsrat, "wir machen keinen Blödsinn, keinen Wahnsinn." Die Mannschaft, so Witter, müsse nun gezielt ergänzt, für die kommenden Belastungen aufgerüstet werden. "Wir brauchen einen entsprechend breiten Kader, wir wollen die Mannschaft weiterentwickeln." Aber: "Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Goldregen losbricht." Fix sind bislang die Transfers von Kevin Mbabu (YB Bern, neun Millionen Euro) und Joao Victor (Linzer ASK, zwei Millionen). Zudem sollen die Leistungsträger gehalten werden. Witter: "Wir sind dabei, Verträge entsprechend anzupassen." Kapitän Josuha Guilavogui und Linksverteidiger Jerome Roussillon haben beide bereits bis 2023 unterschrieben.

"Es ist Stabilität, es ist Ruhe, es ist Hierarchie und Ordnung"

Das ist die Arbeit von Jörg Schmadtke, der vor einem Jahr Witters Wunschkandidat war. "Wir haben richtige Schritte gemacht", konstatiert der Aufsichtsrat. "Das kann man spüren im Verein. Es ist Stabilität, es ist Ruhe, es ist Hierarchie und Ordnung. Und das ist gut so. Das braucht ein erfolgreicher Verein auch." Daran hat auch Bruno Labbadia einen ganz großen Anteil. Witter ist dem scheidenden Trainer dankbar: "Für ihn ist es ein fantastischer Abschied."

Thomas Hiete